Ellwangen (archaeologie-news) - Vom 13. bis 15. November 2009 wird im Alamannenmuseum in Ellwangen ein Leierbauseminar unter der Leitung von Georg Däges angeboten. Jeder Teilnehmer kann sich an diesem Wochenende eine Leier nach alamannischem Vorbild bauen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Freude an der Bearbeitung heimischer Hölzer wie Fichte, Ahorn, Esche und Neugier auf das einfache, aber musikalisch vielfältige Musikinstrument sind die besten Voraussetzungen für diesen Kurs. Im ergänzenden Spielkurs wird vermittelt, wie das Instrument zu spielen ist. Der Baukurs geht von Freitag, 18 Uhr, bis Sonntag, 13 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 195 Euro, dabei sind alle Materialien inbegriffen. Der Spielkurs findet am Sonntag ab 14 Uhr statt und kostet 15 Euro. Bau- und Spielkurs können unabhängig voneinander belegt werden.
Anmeldungen beim Museum unter Telefon 07961/969747. Auf der Homepage des
Museums unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de finden sich weitere
Informationen sowie eine Hörprobe im Bereich "Aktuell" - "Aktuelle
Kurse".
Ellwangen (archaeologie-news) – Anlässlich des 32. Tübinger Universitätstages in Ellwangen zeigt das Alamannenmuseum Ellwangen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen ab 12. November 2009 eine Sonderpräsentation über die Arbeit der Tübinger Mittelalterarchäologie. Die in Zusammenarbeit mit Studierenden des Instituts entstandene Sonderschau mit dem Titel "Burgen – Graben: Feldarbeit in der Mittelalterarchäologie" beleuchtet die Arbeit der Mittelalterarchäologen anhand der Lehrgrabungen des Instituts in der Burg von Oberbalzheim, Alb-Donau-Kreis (2008) und am Burghörnle bei Erkenbrechtsweiler, Kreis Esslingen (2009). Sie ist bis zum 10. Januar 2010 zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu sehen.
Die Ausstellung wird 11. November 2009 um 19.30 Uhr eröffnet, es sprechen Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, Museumsleiter Andreas Gut und Professor Dr. Dr. h.c. Barbara Scholkmann sowie Professor Dr. Jörn Staecker (Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen, Abteilung für Archäologie des Mittelalters).
12.1.2009-10.1.20109
Sonderausstellung "Burgen – Graben: Feldarbeit in der Mittelalterarchäologie"
Eine Ausstellung des Institutes für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen, Abteilung für Archäologie des Mittelalters, in Zusammenarbeit mit dem Alamannenmuseum Ellwangen
Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749
alamannenmuseum (at) ellwangen.de www.alamannenmuseum-ellwangen.de
Leinfelden-Echterdingen (archaeologie-news) - DAMALS, das Magazin für Geschichte und Kultur, zeichnet nun schon zum elften Mal die besten historischen Sachbücher aus. Die hochkarätige Jury setzt sich aus renommierten Wissenschaftlern und Vertretern der Medien zusammen: Prof. Dr. Stig Förster, Bern; Prof. Dr. Hartmut Leppin, Frankfurt am Main, Prof. Dr. Ulrich Herbert, Freiburg, Prof. Dr. Jürgen Osterhammel, Konstanz, Prof. Dr. Gabriela Signori, Konstanz, Dr. Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung, Dr. Michael Jeismann, Berlin, Dr. Günter Müchler, Deutschlandfunk.
Die Jury beurteilte die Bücher in sieben Kategorien und wählt außerdem ihre „Nummer 1”, „Das historische Buch des Jahres 2009”.
Das historische Buch des Jahres 2009
Gerd Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt.
Kiepenheuer & Witsch, € 24,95
Die Platzierungen in den sieben Kategorien:
Einzelstudie
1. Gerd Koenen
Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt.
Kiepenheuer & Witsch, € 24,95
2. Klaus Kreiser
Atatürk. Eine Biographie.
C. H. Beck, € 24,90
3. Orlando Figes
Die Flüsterer. Leben in Stalins Russland.
Berlin Verlag, € 34,–
3. Karl Schlögel
Terror und Traum. Moskau 1937.
Hanser, € 29,90
Überblick
1. Diarmaid MacCulloch
Die Reformation 1490-1700.
DVA, € 49,95.
2. Eckart Conze
Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis in die Gegenwart.
Siedler, € 39,95
3. Dittmar Dahlmann
Sibirien. Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Schöningh, € 39,90
Unterhaltung
1. Gustav Seibt
Goethe und Napoleon. Eine historische Begegnung.
C. H. Beck, € 19,90
2. August Strindberg
Unter französischen Bauern.
Eichborn, € 28, –
3. David Urquhart
Reisen unter Osmanen und Griechen. Vom Peloponnes zum Olymp in einer ereignisreichen Zeit. 1836–1879.
Edition Erdmann, € 24, –
Ästhetik
1. Gerhard Paul (Hrsg.)
Das Jahrhundert der Bilder. 2 Bände. Bd. 1: 1900–1949, Bd. 2 1949–heute
Vandenhoeck & Ruprecht, € 39,90 je Band
2. Mario Taddei u.a.
Leonardo dreidimensional. 3 Bände.
Belser, Bd. 1 € 24,95, Bd. 2 € 22,90, Bd. 3 € 22,95
3. Josef Heinrich Darchinger
Wirtschaftswunder. Deutschland nach dem Krieg 1952–1967.
Taschen, € 39,99
Denkanstöße
1. Christian Meier
Kultur, um der Freiheit willen. Griechische Anfänge – Anfang Europas?
Siedler, € 22,95
2. Hubertus Buchstein
Demokratie und Lotterie. Das Los als politisches Entscheidungsinstrument
von der Antike bis zur EU.
Campus, € 34,90
3. Anton Holzer
Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914−1918.
Primus, € 39,90
3. Ian Kershaw
Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg.
DVA, € 39,95
Autobiographisches
1. Frank Holl
Alexander von Humboldt. Mein vielbewegtes Leben.
Der Forscher über sich und seine Werke.
Eichborn, € 29,95
2. Hans Fallada
In meinem fremden Land. Gefängnistagebuch 1944.
Aufbau, € 24,95
3. Ben Barkow u.a. (Hrsg.)
Novemberpogrom 1938. Die Augenzeugenberichte der Wiener Library, London.
Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, € 39,80
Thema des Jahres: Mauer und Wiedervereinigung
1961/1989
1. Ilko-Sascha Kowalczuk
Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR.
C. H. Beck, € 24,90
2. György Dalos
Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa.
C. H. Beck, € 19,90
3. Hans-Hermann Hertle/Maria Nooke
Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989. Ein biographisches Handbuch.
Ch. Links, € 24,90
Das Geschichtsmagazin „DAMALS“ bietet schon seit 40 Jahren Lesevergnügen und Informationen zu vielfältigen historischen Themen aus allen Epochen von der Antike bis zur Gegenwart – spannend, verständlich und immer auf dem aktuellen Stand der Forschung. Das Wettbewerbsergebnis erscheint im Druck in DAMALS 12-2009.
Mainz (archaeologie-news) - Das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz (RGZM) zeigt vom 10. September 2009 bis zum 10. Januar 2010 anlässlich des 200. Geburtstages von Ludwig Lindenschmit dem Älteren (1809-1893) die Ausstellung "Leidenschaft Archäologie".
Ludwig Lindenschmit d. Ä. kam am 4. September 1809 in Mainz zur Welt. Von Hause aus war er eigentlich Zeichenlehrer und Künstler. Doch bekannt und berühmt wurde er als einer der Gründungsväter und erster Direktor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz.
Lindenschmits Leidenschaft ist der Erfolg der "Idee RGZM" zu verdanken. Wenngleich diese Idee aus dem Zeitgeist heraus geboren wurde, war sie für die noch junge Wissenschaft Archäologie geradezi revolutionär. Auf Lindenschmits Engagement beruhen nicht nur die Ausstellungen und Werkstätten, sondern auch die Rolle des RGZM als eines der bedeutendsten archäologischen Forschungsinstitutes.
Die Ausstellung informiert über die Person von Ludwig Lindenschmit als Museumsgründer, Archäologe, Künstler und Mainzer. Zur Ausstellung ist eine reich bebilderte Publikation erschienen.
Hallstatt (archaeologie-news) - Mit Schutzkleidung, Helm und Lampe bewaffnet kann man in Hallstatt (Oberösterreich) eine einzigartige „prähistorische Expedition“ unternehmen. Kleine Gruppen dringen dabei tief ins Innere des Berges vor und erleben auf der mehrstündigen Tour die „Hallstatt-Zeit“ hautnah. Mit Spuren und Relikten aus 7.000 Jahren Salzabbau wie beispielsweise den berühmten Hallstätter Herzen und Kienspan-Fackeln, die ein Bergmann vor Jahrtausenden in seinen Händen hielt. Oder der ältesten Stiege der Welt, die einen Hauch längst vergangener Zeiten spürbar macht!
Termine: jeden Freitag, bis 13. September.
Beginn 14 Uhr, ab 14. September Beginn 12 Uhr Treffpunkt: Talstation
Dauer: ca. 4 Stunden
Maximal 12 Personen
Anmeldung unbedingt erforderlich
Eintritt in die Salzwelten für Kinder ab 4 Jahren
Festes Schuhwerk und warme Kleidung werden empfohlen.
Gratis Busparkplatz für angemeldete Gruppen
Lieblingsteil: die Megarutsche mit einer Länge von 64 Metern
Internet: www.salzwelten.at
Ellwangen (archaeologie-news) - Nach dem „Probelauf“ im vergangenen Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder eine Museumswoche der Großen Kreisstädte in Ostwürttemberg, und zwar vom 8. bis 16. August 2009. In dieser Zeit ist in den städtischen Museen in Aalen, Ellwangen, Giengen an der Brenz, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd der Eintritt frei. Die Museumswoche findet in der Ferienzeit statt, um Touristen wie „Daheimgebliebenen“ die Angebote der städtischen Museen näher zu bringen.
Auch das Ellwanger Alamannenmuseum ist in dieser Zeit bei freiem Eintritt zu besichtigen. Die erste Museumswoche im August 2008 war in dem Ellwanger Museum ein voller Erfolg. Auf Anhieb kamen damals doppelt so viele Besucher wie sonst. Dieses Mal hat man das Museumsprogramm noch besser auf diesen Termin abgestimmt.
So gibt es zusätzlich zur aktuellen Sonderausstellung "Schätze aus Hessigheims Boden" ein Kinderprogramm am Sonntag, 9. August 2009, um 15 Uhr mit der Restauratorin Nicole Ebinger-Rist vom Landesamt für Denkmalpflege Esslingen. Unter dem Titel „Was ist eine Blockbergung und was verbirgt sich in ihr?" haben Kinder an diesem Tag die Möglichkeit, selbst eine so genannte Blockbergung zu öffnen. Hierzu ist keine Anmeldung erforderlich.
Am Samstag, 15. August 2009, und Sonntag, 16. August 2009, veranstaltet dann die Alamannengruppe „Raetovarier“ ein zweitägiges Ferienprogramm mit vielen Aktionen im Museum. Der Unkostenbeitrag beträgt 10 Euro pro Tag. Eine Anmeldung beim Museum ist erforderlich, Anmeldeschluss ist der 3. August 2009. Das Programm mit Anmeldebogen liegt am Museumseingang aus oder ist unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de abrufbar.
Am Sonntag, 16. August 2009, stellen die Mitglieder der Alamannengruppe „Raetovarier“ außerdem im Rahmen des Aktionstags "Lebendiges Museum" von 10 bis 17 Uhr im Museum ihre Ausrüstung vor und zeigen alte Handwerkstechniken.
Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhältlich.
Ellwangen (archaeologie-news) - Bis zum 25. Oktober 2009 sind spektakuläre Funde aus einem alamannischen Gräberfeld von Hessigheim bei Ludwigsburg im Ellwanger Alamannenmuseum zu sehen. Die Ausstellung „Schätze aus Hessigheims Boden - Das Gräberfeld im Muckenloch“ wurde vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart zusammengestellt. Mit dem Reliquienkästchen in Form einer Kirche ist dort ein sensationeller Fund geglückt: Kein ähnliches Exemplar ist bisher in Deutschland gefunden worden, nur in St. Petersburg gibt es ein vergleichbares Exemplar, das wohl aus Italien stammt.
Daneben sind in der Ausstellung rund 100 weitere der gut 5000 Einzelfunde aus der Flur Muckenloch ausgestellt. Die 2006 begonnenen Ausgrabungen in Hessigheim am Neckar wurden Ende 2007 abgeschlossen. Im Anschluss daran erfolgte eine aufwändige Restaurierung und Konservierung wesentlicher Stücke durch die Fachleute.
Die Ausstellung wurde am 10. Mai 2009 um 11 Uhr eröffnet. Dabei sprachen Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, Museumsleiter Andreas Gut, Dr. Ingo Stork und Dipl.-Rest. Nicole Ebinger-Rist (Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart).
Weitere Informationen und Begleitprogramm unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de.
Das Alamannenmuseum präsentiert seit 2001 alles über die Alamannen und die Zeit vom 3. bis 8. Jahrhundert in Süddeutschland. Im Mittelpunkt stehen die sensationellen Grabungsfunde von Lauchheim/Jagst. Im Alamannenmuseum wird die Zeit der Alamannen auf vielfältige Weise wieder lebendig. Neben zahlreichen archäologischen Originalfunden gibt es etliche Inszenierungen zu alamannischen Lebenssituationen. Nach dem Museumsbesuch lädt die Cafeteria zum Verweilen ein.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 10 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr Samstag und Sonntag: 10 bis 17 Uhr Montag außer feiertags: geschlossen
Eintritt: 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Familien 6,00 Euro
Besonderheiten: Cafeteria, Museumsshop, rollstuhlgeeignet, regelmäßig öffentliche Führungen, museumspädagogisches Programm
Was die meisten vergessen: Die Geschichte der Kunst beginnt nicht erst mit Meistern wie Michelangelo, Raffael und Tizian. Schon lange vorher schufen Menschen beeindruckende Kunstwerke. Ein bekanntes Beispiel für die bemerkenswerte Qualität steinzeitlicher Kunst sind die Höhlenmalereien von Lascaux, die schon Picasso tief beeindruckten.
Auch die 1908 entdeckte Venus von Willendorf zählt mit zu den berühmtesten Kunstobjekten der Steinzeit und gibt der Wissenschaft mindestens genauso viele Rätsel auf wie das geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa.
Aber die mollige Österreicherin hat Konkurrenz bekommen - aus dem Schwabenland. Im September 2008 fanden Archäologen in der Höhle "Hohle Fels" sechs Elfenbeinfragmente. Diese Bruchstücke ließen sich zu einer weiblichen Figur zusammenfügen, deren Ähnlichkeit mit der rund 10 000 Jahre jüngeren Venus von Willendorf unverkennbar ist.
Für alle, die mehr über steinzeitliche Kunstwerke erfahren wollen, hat die Redaktion von spektrumdirekt in einem laufend aktualisierten Online-Dossier zahlreiche fundierte und interessante Artikeln rund um das Thema "Steinzeitkunst" zusammengefasst und lädt zu einem spannenden Ausflug in die Vergangenheit ein.
Der deutsche Forscher Franz Boas begründete die moderne Anthropologie und bekämpfte den Rassismus seiner Zeit.
Aus: epoc, 4/2009
Kultur ist nicht durch die Rasse bedingt, sondern eine Reaktion auf die Umwelt. Was heute angesichts aufkeimender Fremdenfeindlichkeit noch lange nicht Allgemeinwissen scheint, war Ende des 19. Jahrhunderts für manchen Forscher oder Politiker eine empörende These.
Waren denn Neger, Indianer, Inuit, Juden nicht auf Grund ihrer völkischen Zugehörigkeit schlicht anders, oft kulturell im Hintertreffen gegenüber weißen Europäern und Amerikanern? Es war das Verdienst des deutschen Forschers Franz Boas, dem Rassismus seiner Zeitgenossen wissenschaftliche Argumente entgegenzuhalten. Diese gewann der Begründer der modernen Anthropologie und Ethnologie bei seinen abenteuerlichen Expeditionen in der Arktis, wie "epoc" in seiner Ausgabe 4-2009 berichtet.
Fasziniert von den Regionen des ewigen Eises bereitete der promovierte Physiker und leidenschaftliche Geograph in Berlin eine eigene Expedition zu der südwestlich von Grönland gelegenen Insel Baffin vor. Kühn bat er den Herausgeber des "Berliner Tageblatts" um finanzielle Unterstützung und erhielt 3000 Mark für eine fünfzehnteilige Artikelserie. Monate lang übte Boas kartographisches Zeichnen und Fotografie, eignete sich Kenntnisse in Meteorologie und Astronomie an, und erlernte Grundlagen des Dänischen und des Inuktitut, der Sprache der Inuit. Zudem arbeitete er in der arktischen Sammlung des Museums für Völkerkunde, wodurch er Georg von Neumayer kennen lernte, den Nestor der deutschen Polarforschung. Dieser beantwortete bereitwillig alle Fragen zu Ausrüstung, Unterkunft und Versorgung.
Am 20. Juni 1883 verließ Boas an Bord des Forschungsschiffs "Germania" Deutschland und erreichte, nach sechs Wochen Stillstand im Packeis, Ende August Grönland. Im Hafen von Kerkerten kam er erstmals mit Inuit in Kontakt – und war keineswegs angetan. Seinen Lesern in Berlin beschrieb er sie als "kleine krummbeinige Gesellen", sprach von "platten Gesichtern und triefenden Augen" und einem "insgesamt abschreckenden Eindruck".
Diese Einstellung änderte sich, als er im Dezember des gleichen Jahres mit seinem drei Mann starken Expeditionstrupp in Not geriet. Unwetter hatten den Versorgungsschlitten aufgehalten, ausgehungert, unterkühlt und erschöpft erreichten die Männer nach einem Gewaltmarsch eine Eskimosiedlung. Boas war von der Gastfreundschaft der Inuit überwältigt und berichtete: "Ich frage mich oft, welche Vorzüge unsere Gesellschaft vor den so genannten Wilden hat und finde, je mehr ich von ihren Gebräuchen sehe, dass wir wirklich keinen Anlass haben, verächtlich auf sie herabzusehen."
Als Geograph war Boas in die Arktis aufgebrochen, doch als Anthropologe kehrte er zurück. Mehr noch: Auf Baffin Island hatte der junge Wissenschaftler die methodischen Grundlagen der modernen ethnologischen Feldforschung gelegt wie etwa systematische Interviews und das Sammeln mündlicher Überlieferungen. Anders als zu seiner Zeit üblich verfolgte Boas einen Ansatz, der die Kultur eines Volkes als Produkt einer spezifischen Mensch-Umwelt-Beziehung begreift. Diese Erkenntnis brachte ihm in seiner Wahlheimat Amerika nicht nur Amt und Würden ein. Das Aufkommen des Nationalsozialismus in Deutschland aber empfand er als Schicksalsschlag. Am 27. März 1933, drei Tage nach der Verkündung des Ermächtigungsgesetzes, das Hitlers Regierung der parlamentarischen Kontrolle entzog, schrieb Boas an den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg: "Ich habe mich immer mit Stolz einen Deutschen genannt, heute ist es fast so gekommen, dass ich sagen muss, ich schäme mich ein Deutscher zu sein.2
Über epoc:
epoc, das Magazin für Geschichte, Archäologie und Kultur, erscheint seit 2004. Sechsmal pro Jahr vermitteln Forscher und Fachjournalisten auf mehr als 100 Seiten fundiert und unterhaltsam Wissen über historische Themen und zeigen spannende Zusammenhänge aus Kunst, Kultur und Geistesgeschichte auf. Ein jeweils umfassend beleuchtetes Titelthema zu zentralen Ereignissen, Persönlichkeiten und Kulturen der Welt sowie spannende Reportagen und Essays überzeugen alle zwei Monate rund 40 000 Leser.
Unter www.epoc.de finden alle historisch Interessierten Kurzmeldungen und aktuelle Ausstellungstipps. Ein Newsletter und die Chronologs, das Blogportal für Fragen zur Vergangenheit und ihrer Erforschung, halten Sie täglich auf dem Laufenden.
Künstler und Gebildete begrüßten den Ersten Weltkrieg euphorisch, doch viele andere fürchteten das Ende der Epoche
Aus: epoc, 4/2009
Das Orchester spielte Ragtime, als der englische Luxusdampfer "Titanic" 1912 nach der Kollision mit einem Eisberg sank. Über 1400 Menschen starben. Zwei Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Schiff zum Symbol des Fin de Siècle, dessen Ende Künstler und Bildungseliten herbeisehnten.
Wie das Geschichtsmagazin epoc in seiner aktuellen Ausgabe (epoc 4/09) berichtet, relativiert die jüngste Forschung die allgemeine Kriegsbegeisterung. Dennoch hat sich vor allem ein Bild dieser Zeit ins allgemeine Bewusstsein gegraben: Der begeisterte Aufbruch in den Untergang als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.
Das europäische Fin de Siècle bezeichnet eine Ära, die in den Ersten Weltkriegs 1914 mündete. Während sich das Ende der Epoche exakt bestimmen lässt, ist ihr Beginn nicht genau festzulegen. Vieles spricht für die Mitte der 1880er Jahre, als sich in Wirtschaft und Industrie eine neue Zeit und eine andere Welt ankündigten: 1885 symbolisierten die ersten Wagen mit Benzinmotor die technische Revolution. Die Erfindung des Telefons (1876), des Staubsaugers (1908) und die Einführung der Fließbandproduktion (1913) setzten diese Entwicklung fort. Die damit verbundene allgemeine Beschleunigung des Lebens – vergleichbar mit der medientechnologisch bedingten Beschleunigung an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert – rief Ängste hervor. Im Deutschen Reich umfasste das Fin de Siècle nahezu die gesamte Regierungszeit des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. (1888-1918).
Im Bewusstsein der Zeitgenossen markierte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs "das Ende einer Welt, die von der Bourgeoisie für die Bourgeoisie gemacht worden war", erklärt der englische Sozialhistoriker Eric John Hobsbawm. Dabei erstaunt, dass es neben den Bildungseliten und Künstlern die Bourgeoisie selbst war, die den Kriegsausbruch am freudigsten feierte. Allen voran Thomas Mann: "Wie hätte der Künstler, der Soldat im Künstler nicht Gott loben sollen für den Zusammenbruch einer Friedenswelt, die er so satt, so überaus satt hatte? Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung."
Tatsächlich entsprang die deutsche Kriegsbegeisterung dem Empfinden der Zeitgenossen, zum ersten Mal das jahrhundertealte Trauma verarbeitet zu haben, zwar ein Volk zu sein, aber keine Nation. Jeffrey Verhey hat kürzlich nachgewiesen, dass den Kriegsanhängern in den Hauptstädten angsterfüllte Menschensammlungen gegenüberstanden. Dennoch sind sich die Historiker heute einig: Der Ausbruch des Weltkriegs hätte vermieden werden können – das Ende der Welt von gestern wäre früher oder später trotzdem eingetreten.
Über epoc:
epoc, das Magazin für Geschichte, Archäologie und Kultur, erscheint seit 2004. Sechsmal pro Jahr vermitteln Forscher und Fachjournalisten auf mehr als 100 Seiten fundiert und unterhaltsam Wissen über historische Themen und zeigen spannende Zusammenhänge aus Kunst, Kultur und Geistesgeschichte auf. Ein jeweils umfassend beleuchtetes Titelthema zu zentralen Ereignissen, Persönlichkeiten und Kulturen der Welt sowie spannende Reportagen und Essays überzeugen alle zwei Monate rund 40 000 Leser.
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Ein Volk begnadeter Seefahrer, das sich von seiner Heimat in der Levante aufmachte, um entlang der Mittelmeerküste unzählige Niederlassungen zu gründen. Ein Volk, das den Handel der antiken Welt beherrschte. Ein Volk, das den Kapitalismus erfand. Das ist das Bild, das viele von uns im Kopf haben, wenn sie an die Phönizier denken. Doch obgleich diese Vorstellungen so fest umrissen scheinen, beschreiben sie im besten Fall nur Halbwahrheiten.
Warum es um oder kurz nach 1200 v. Chr. zur Katastrophe kam, ist bis heute nicht vollends geklärt. Gegen Ende der Bronzezeit versank der ganze östliche Mittelmeerraum binnen kurzer Zeit im Chaos. Das Reich der Hethiter verschwand genauso wie die Paläste der Mykener. "Von Griechenland bis zum galiläischen Hochland erstreckte sich eine Trümmerlandschaft", erläutert der Althistoriker Michael Sommer von der University of Liverpool im Rahmen des groß angelegten Titelthemas über die Phönizier in epoc 4/2009.
Doch die Levante erholte sich erstaunlich rasch. Nur gut 100 Jahre später ist erstmals von einem dort ansässigen Volk die Rede, das sich auf den internationalen Holzhandel verlegt hatte: den Phöniziern.
In einem Staat waren sie nie vereint – sehr wohl aber in ihrer gemeinsamen Sprache und Religion. Im heutigen Libanon und Syrien gründeten sie Städte wie Arados, Byblos, Sidon – und Tyros.
Die Phönizier und ihre Kolonien
Tyros stieg rasch zur mächtigsten Phöniziermetropole auf und wurde Hegemonialmacht. Rings um das Mittelmeer gründeten die Tyrer zahlreiche Niederlassungen – die allesamt dem schwunghaften Tauschhandel dienten. Schon damals entstand das Bild vom "gewissenlosen, nur auf Gewinn bedachten Unternehmer", das sich, wie Erich Kistler beschreibt, bis in unsere Zeit hartnäckig hält.
Doch gründete die Macht der Phönizier wirklich allein auf Gier und Profit? Waren sie es, die den Kapitalismus erfanden? Der Archäologe von der Universität Bochum glaubt das nicht und schildert, wie sich insbesondere die Könige von Tyros wirklich ihre Vorteile sicherten: durch eine kluge Politik des Schenkens.
Dass sie damit auch wirtschaftlichen Erfolg hatten, rief natürlich Neider auf den Plan. Immer wieder mussten die Phönizier sich gegen mächtige Nachbarn erwehren. Doch alle waren letztlich abhängig von den seefahrenden Händlern – schließlich konnten nur sie die ständig steigende Nachfrage nach Luxusgütern befriedigen.
Ihr schlechter Ruf hatte sich da aber schon verfestigt – was heutigen Forschern nicht selten das Leben schwer macht. Denn obwohl die Phönizier die Alphabetschrift erfanden und nach Europa brachten, ist von ihrem zweifellos umfangreichen literarischen Werk nichts überliefert. Wer heute etwas über das Volk von der Levante erfahren will, ist daher – neben den archäologischen Zeugnissen – vor allem auf schriftliche Quellen anderer angewiesen.
Als recht ergiebig erwiesen sich die beiden berühmtesten Werke jener Zeit: Homers "Ilias" und "Odyssee". Doch darin findet sich nicht viel Gutes. Das negative Phönizierbild Homers sei jedoch nicht für bare Münze zu nehmen, warnt Joachim Latacz, Emeritus für Griechische Sprache und Literatur an der Universität Basel, gleichwohl sei das griechische Vorurteil von den "cleveren Betrügern" nicht ohne wahren Kern gewesen.
Im 8. Jahrhundert v. Chr., auf dem Gipfel phönizischer Macht, gelang einer Handelsniederlassung, was keiner anderen Siedlung – nicht einmal Tyros selbst – vergönnt war: Sie bildete ein eigenes Reich. Die Rede ist von Karthago an der Nordküste des heutigen Tunesien, das im Gegensatz zu den übrigen phönizischen Städten wegen seines fruchtbaren Hinterlands weit gehend unabhängig war. Zudem ließ sich dank seiner günstigen Lage der Ost-West-Handel perfekt kontrollieren.
"Während bei den Phöniziern die Errichtung von Kolonien in Übersee immer von wirtschaftlichen Interessen getrieben war, verhielt es sich bei den Karthagern genau umgekehrt", schreibt Michael Sommer. "Das im Entstehen begriffene Reich verschaffte den punischen Fernhändlern Respekt"
Kurzum: Karthago wurde immer mächtiger – bis seine Expansionsbestrebungen schließlich die Interessen der Römer berührten. Dreimal führten die "Punier", wie die Römer die Phönizier nannten, Krieg gegen das Imperium. Am Ende verloren sie nicht nur die Schlacht, sondern alles – ganz, wie es sich der römische Senator Cato der Ältere so sehnlich gewünscht und angeblich in jeder Senatssitzung gefordert hatte: "Ceterum censeo Carthaginem esse delendam." – "Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss."
Über epoc:
epoc, das Magazin für Geschichte, Archäologie und Kultur, erscheint seit 2004. Sechsmal pro Jahr vermitteln Forscher und Fachjournalisten auf mehr als 100 Seiten fundiert und unterhaltsam Wissen über historische Themen und zeigen spannende Zusammenhänge aus Kunst, Kultur und Geistesgeschichte auf. Ein jeweils umfassend beleuchtetes Titelthema zu zentralen Ereignissen, Persönlichkeiten und Kulturen der Welt sowie spannende Reportagen und Essays überzeugen alle zwei Monate rund 40 000 Leser.
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Megalithkultur in Europa
Teil 1 - Südeuropa
Auf den Spuren der ersten Europäer
Preis 29,90 Euro
Bildformat 4:3
Spiellänge 90 Minuten
Die DVD enthält Orte & Objekte folgender Länder:
Frankreich (Korsika), Italien (Sardinien), Portugal, Spanien und Malta.
Eine Digital-Culture Produktion - by Peter Ernst - 1998-2008
Die DVD zeigt zahlreiche Orte & Objekte aus dem Neolithikum bis zur Bronzezeit aus verschiedenen Ländern Südeuropas.
Software mit zahlreichen Hintergrundinformationen. Über 500 Orte mit ca. 3500 Fotos und umfangreiches Textmaterial mit Internetanbindung
Megatlithkultur in Europa
Folgende Länder mit angegebenen Orten & Objekten werden u. A. auf dieser DVD gezeigt:
Frankreich / Korsika:
Filitosa, Menhir Paladin, Pgliaju, Menhirs Pila Canale, Stantari, Renaghju, Dolmen von Fontanaccia, Menhir Cargese, Menhir Pieve, Castro Cucuruzzu, Menhir Santa Maria, Menhir Tavera, Gravures, Dolmen Settiva, Castro Arragio, Castro Trappa, Menhir Capula, Menhir Paccioritoll , Menhir Vaccil Vecchiu, Menhir Capu di Locu, Nuvallela, Menhir de Sagone, Castro de Foce, Site de Roccapina
Italien / Sardinien:
Tomba di giganti Li Lolghi, Tomba di giganti Coddu Vecchiu, Tomba di giganti Pascaredda, Tomba di Giganti di Imbertighe, Sa Dòmu s´Orku, S'Ena e Thomes, Tomba di Giganti Di Iloi, Tomba di Giganti Di Osno, Dolmen Monte Longu, Dolmen Ladas, Dolmen di Sa Coveccada, Ailgnement Perdalonga, Necropoli Ipogeiche di sas Congas, Necropoli di Corongiu S acqua Salida, Necropoli de Domus de Janas, Domus de Janas Mesu ´e Montes, Domus el Elefante, Necropoli Ipogeica di Filigosa, Necropoli Ipogeica di Santa Pedru, Necropli di Anghelo Ruju, Pedras Marmuras, Nuraghe Is Paras, Nuraghe Loelle, Nuraghe Piscu, Nuraghe Losa, Nuraghe Nuraxi, Fontssarca di Su Tempiesu, Santa Cristina, Tiscali, Pranu Muttedu, Monte d Accodi
Portugal:
Anta da Forta Cobera, Anta de Zedes, Anta Pala de Moura, Coa Tal, Antas Sierra do Monte, Menhir do Vale, Sepulturas Medievais, Da Lameira da Cima, Anta Carapito, Anta da Cortigo, Anta da Corgas de Mantanca, Anta Orca de Pendhile, Anta da Cunha Baixa, Anta da Casa da Orca, Anta Seixo da Beira, Anta de Arcainha, Anta da Estria, Anta da Perdra dos Mouros, Menhir de Coureia, Anta de Igreja, Anta de Commenda Grande, Anta do Estanque, Anta da Coureia dos Tourais, Cromleque dos Almendres, Menhir dos Almendres, Anta Grande de Zambujeiro, Anta Capela de São Brissos, Anta do Barrocal , Anta do Ptalim, Menhir da Casbarra, Anta da Herdade, Anta Cabecas, Anta Paco das Vinhas, Menhir do Outeiro, Menhir da Bulhoa, Antas do Xares, Recinto Megalitico do Xares
Spanien:
Pena Tu, Iglesia de Santa Cruz, Castro de San Chuis, Dolmen Pedra da Arca, Castro A Cida, Dolmen de Dombate, Dolmen de Ponte Olveira, Dolmen de Eiron, Dolmen de Cabalairos, Dolmen de Noja, Castro de Barona, Dolmen Axeitos, Lapa de Gargantaris, Dolmen de Boiro, Petroglifos, El Muinos, Dolmen de la Granja del Torinuelo, Dolmen de Soto, Los Milares, Dolmen de Menga, Dolmen de Viera, Dolmen el Romeral
Malta:
Mnajdra, Borg in Nadur, Skorba, Tal Quadi, Tal Baqqari, Ta Hagrat, Hagar Quim, Cart Tracks, Ghar Dalem, Tarxien, Hypogeum, Vctoria Lines, Dolmen Fug Wied Fliep, Dolmen Id Dura, Ggantija
Kult- und Opferplätze in Deutschland
Die Kultplatz-DVD
Preis: 29,90 Euro
Vertrieb & Produktion: Digital-Culture
Produktionsjahr: 2006 / November
Die DVD enthält:
1. Videos: 6 Videos - thematisch geordnet nach: Orte & Siedlungen, Quellen & Moore, Felsen, Gräber, Steine, Höhlen - 70 Kultplätze & Opferplätze 140 Minuten Laufzeit!
2.Software: 135 Kultplätze mit zahlreichen Hintergrundinformationen, sowie Internetanbindung (Internet-Portal). Über 500 Fotos und umfangreiches Textmaterial. Autokarten zur Anreise by Falk-Verlag.
sofort lieferbar
Rezensionen: Abenteuer Archäologie 1/2007 | Magazin 2000plus 8/2007
Die erweiterte Neuauflage des CD-ROM Klassikers "Kult- und Opferplätze in Deutschland" als Kultplatz - DVD. Mehrere Videos mit einer Gesamtspiellänge von etwa 140 Minuten in absoluter DVD Top-Qualität entführen Sie in die Welt unserer Vorfahren. Die Ortsauswahl im Softwarebereich der DVD wurde deutlich erweitert und aktualisiert (nun 135 Orte). Das Programm liegt plattformübergreifend im HTML/Java Format vor. D.h. es ist keine Programminstallation mehr erforderlich.
Das Programm läuft auf allen gängigen Plattformen (Windows / Linux / MacOSX). Zahlreiche Links verzweigen nun auch auf ein Internetportal zur weiteren Information und Recherche. Die Anreisebeschreibung zu den einzelnen Orten erfolgt mit Autokartenmaterial vom Falk-Verlag und ist mit einem Routenplaner aus dem Internet verknüpft. Produktion by Digital-Culture - P. Ernst Hintergrundtextmaterial, Glossar sowie zahlreiche Ortstexte by IFAK.
Kurzbeschreibung der DVD:
Eine virtuelle Reise von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Die großen Rätsel der Vorzeit, paläolithische Höhlenkunst, Schädelbestattungen, neolithische Kalenderbauten, megalithische Großsteingräber und bronzezeitliche Opfergaben werden in Hintergrundtexten wissenschaftlich fundiert erörtert. Die Götter der Kelten, Germanen, Römer und Slawen werden im Kontext ihrer Verehrung vorgestellt. Karten und Anreisebeschreibungen, Adressen von Museen und Exkursionshinweise bieten im Serviceteil die Möglichkeit, diese Reise auch real zu unternehmen. Ein Glossar erläutert Fachbegriffe, die historische Zuordnung wird durch die Zeitleiste erleichtert. Produziert by Digital-Culture
Das Video: ein umfangreiches Kapitelmenü im Videobereich, ermöglicht eine optimale Navigation zu jedem einzelnen, der etwa 70 Orte. Das Videomaterial ist thematisch in 6 Abschnitte aufgeteilt und hat eine Gesamtlaufzeit etwa 140 Minuten! Zahlreiche 3D - Animationen vermitteln weitere Informationen zu verschiedenen Objekten.
Autor des kleinen Taschenbuches ist der Wiesbadener Wissenschafts Autor Ernst Probst, der sich durch zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher einen Namen gemacht hat. Seine bekanntesten Werke sind „Deutschland in der Urzeit“, „Deutschland in der Steinzeit“ und „Deutschland in der Bronzezeit“, die inzwischen vergriffen sind. Der Titel „Die Urnenfelder-Kultur“ ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ als E-Book und gedrucktes Taschenbuch erschienen.
Bei „GRIN“ sind weitere Taschenbücher von Ernst Probst erschienen wie „Die Bronzezeit“, „Die Aunjetitzer Kultur“, „Die Straubinger Kultur“, „Die Adlerberg-Kultur“, „Die Hügelgräber Kultur“, „Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit“, „Die Stader Gruppe in der Bronzezeit“, „Die nordische Bronzezeit“, „Rekorde der Urzeit“, „Rekorde der Urmenschen“, „Archaeopteryx“, „Der Ur-Rhein“ und „Höhlenlöwen“. Diese Titel sind als E-Books bei www.grin.de und als gedruckte Taschenbücher bei www.libri.de oder www.amazon.de erhältlich.
Inhaltsangabe von „Die Urnenfelder-Kultur“:
Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehört die Urnenfelder-Kultur vor etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. Sie gilt in Europa als eine der wichtigsten Kulturen der Spätbronzezeit und vermochte sich vom nördlichen Balkan über die Donauländer bis zur Oberrheinregion auszubreiten. In Deutschland war sie in Baden-Württemberg, Bayern, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen, Teilen Nordrhein-Westfalens (Niederrheinische Bucht) und südlich des Thüringer Waldes heimisch.
Der Begriff Urnenfelder-Kultur fußt darauf, dass damals die Toten auf Scheiterhaufen verbrannt und danach häufig ihre Asche beziehungsweise Knochenreste in tönerne Urnen geschüttet und in Brandgräbern beigesetzt wurden. Gelegentlich bildeten die Brandgräber ausgedehnte Urnenfelder mit Dutzenden oder Hunderten von Bestattungen.
Der Text über die Urnenfelder-Kultur stammt aus dem vergriffenen Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.
Wiesbaden (archaeologie-news) – Die im Eiszeitalter vor etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahren lebenden Urmenschen in Deutschland mussten sich vor etlichen großen Raubkatzen fürchten. Denn in diesem Abschnitt der Erdgeschichte existierten Löwen, Jaguare, Leoparden, Geparden, Pumas und Säbelzahnkatzen. Darauf weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch „Höhlenlöwen“ hin.
Vor rund einer Million Jahren jagten in Thüringen die löwengroße Säbelzahnkatze Homotherium mit eindrucksvollen Fangzähnen, die merklich kleinere Dolchzahnkatze Megantereon und sogar der Puma. Damals verfügten die Urmenschen noch über keine wirksamen Waffen, denn Lanzen, Speere sowie Pfeil und Bogen waren noch nicht erfunden. Wahrscheinlich beherrschten sie auch noch nicht das Feuer.
Waffenlos waren vermutlich auch die Urmenschen vor etwa 600.000 Jahren. Damals streiften in der Gegend von Wiesbaden in Hessen riesige Löwen umher, die eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Meter erreichten. Es waren die frühesten und größten Löwen in Deutschland. Man nennt sie Mosbacher Löwen, weil Reste von ihnen im Umkreis des ehemaligen Dorfes Mosbach bei Wiesbaden gefunden wurden. Zähne und Knochen solcher Riesenlöwen sind auch in Baden-Württemberg (Mauer bei Heidelberg) und in Nordrhein-Westfalen (Dechenhöhle in Iserlohn) zum Vorschein gekommen.
Zeitgenossen dieser Riesenlöwen waren Jaguare, Geparden und Säbelzahnkatzen, die ebenfalls im Raum Wiesbaden durch Funde nachgewiesen sind. Aus Mauer bei Heidelberg kennt man auch Reste von Leoparden zu dieser Zeit. Mauer ist der weltberühmte Fundort eines Unterkiefers des Heidelberg-Menschen.
In der Zeit vor etwa 300.000 bis 11.700 Jahren scheint Deutschland – nach vielen Funden zu schließen – ein wahres Paradies für Höhlenlöwen gewesen zu sein, die aus den Mosbacher Löwen hervorgegangen sind. Die Höhlenlöwen waren mit Schwanz bis zu 3,20 Meter lang, womit sie heutige Löwen in Afrika, die es auf etwa 2,90 Meter bringen, übertrafen. Männliche Höhlenlöwen wogen schätzungsweise mehr als 300 Kilogramm, rund 100 Kilo mehr als gegenwärtige Löwen. Auch während dieser Zeit gab es Leoparden und Säbelzahnkatzen im Gebiet von Deutschland.
Bei Begegnungen mit Höhlenlöwen waren Urmenschen nicht mehr wehrlos. Sie konnten ihnen mit Lanzen und Speeren entgegen treten, die es offenbar seit mehr als 300.000 Jahren erstmals gab. Löwen waren jetzt nicht mehr nur Jäger, sondern manchmal auch Gejagte. Unter den Speiseabfällen von Urmenschen in Thüringen vor über 300.000 Jahren befanden sich auch Reste von Eiszeit-Löwen.
Trotzdem hatten sogar noch die frühen Jetztmenschen vor ungefähr 30.000 Jahren großen Respekt vor Höhlenlöwen. Das lässt sich an aus Mammutelfenbein geschnitzten Figuren aus Süddeutschland ablesen, welche Körpermerkmale von Höhlenlöwen und Menschen hatten. Vielleicht stellten diese geheimnisvollen Mischwesen mysteriöse Ahnherren oder sogar Gottheiten dar?
Elisabeth Ruttkay, geborene Kiss, kam am 18. Juni 1926 in Pecs (Fünfkirchen) in Ungarn zur Welt und starb am 25. Februar 2009 in Wien im Alter von 82 Jahren.
Sie erwarb sich große Verdienste um die Erforschung der jüngeren Steinzeit (Neolithikum) und der Bronzezeit in Österreich. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen wurde sie 1987 mit dem "Förderungspreis Niederösterreichs" und 1988 mit dem "Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst" ausgezeichnet.
1944 legte Elisabeth Ruttkay die Matura (Abitur) ab. 1955 absolvierte sie die Lehramtsprüfung und erhielt das Diplom an der Universität Budapest. 1956 flüchtete sie nach Österreich, wo sie fortan lebte und 1961 die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt.
Von 1962 bis 1968 arbeitete Elisabeth Ruttkay am "Burgenländischen Landesmuseum Eisenstadt" und von 1968 bis 1992 an der Prähistorischen Abteilung des "Naturhistorischen Museums Wien". Dort promovierte sie 1979 zum Doktor der Philosophie.
Nach dem Tod ihres ersten Ehemanns heiratete Elisabeth Ruttkay 1983 den Philosophen Dr. Tibor Hanak, einen der Chefredakteure von "Radio Freies Europa". Seit 1992 ist Elisabeth Ruttkay im Ruhestand.
Elisabeth Ruttkay hat eine Kulturstufe der Jungsteinzeit herausgearbeitet und beschrieben (Bisamberg-Oberpullendorf-Gruppe, 1976) und zwei weitere andeutungsweise aufgestellt (Mödling-Zöbing-Gruppe, 1973, und Herzogenburg-Gruppe, 1981). Auch einer Kulturstufe der Bronzezeit, der Attersee-Gruppe, gab sie 1981 den Namen.
Außer vielen wissenschaftlichen Publikationen leistete Elisabeth Ruttkay erhebliche Beiträge zu den populärwissenschaftlichen Büchern "Deutschland in der Steinzeit" (1991) und "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. In der Fachwelt war sie wegen ihres enormen Wissens und ihrer großen Hilfsbereitschaft sehr beliebt.
Kurzbiografien von Elisabeth Ruttkay sind in den Büchern "Deutschland in der Steinzeit", "Deutschland in der Bronzezeit" und "Superfrauen 5 - Wissenschaft" von Ernst Probst nachzulesen.
Wiesbaden (archaeologie-news) – Leseproben aus dem Taschenbuch „Rekorde der Urmenschen“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst kann man dank der „Google Buchsuche“ mit der Adresse http://books.google.de im Internet lesen. Dieses Taschenbuch informiert in Wort und Bild über Erfindungen, Kunst und Religion der Vormenschen, Frühmenschen, Altmenschen und frühen Jetztmenschen. Die Leseproben sind unter der Adresse http://books.google.de/books?id=4aHXe7z8dTcC&pg=PA11&lpg=PP1&dq=Rekorde+der+Urmenschen&output=html zu finden.
Aus dem Inhalt:
Wann, wo und wie lebten die ersten Vormenschen, Frühmenschen, Altmenschen und Jetztmenschen? Wie sahen sie aus, wie groß wurden sie, an welchen Krankheiten litten sie, welche Kleidung und welchen Schmuck trugen sie, wie haben sie gewohnt, was haben sie gegessen und getrunken, und was haben sie geglaubt?
Auf alle diese und viele andere Fragen soll das Taschenbuch "Rekorde der Urmenschen" eine Antwort geben. Es schildert die Entwicklung von noch affenähnlichen Vormenschen bis zu vernunftbegabten Jetztmenschen jener Art, zu der auch wir gehören.
Die ersten Behausungen des Menschen werden ebenso behandelt wie die frühesten Siedlungen, Befestigungsanlagen, Seeufersiedlungen, Tempel, Möbel, Kleidungs- und Schmuckstücke, Werkzeuge, Waffen, Haustiere, Musikinstrumente und Kunstwerke. Außerdem erfährt man viel über die Krankheiten und Verletzungen unserer frühen Vorfahren, die ersten Operationen und die Medizinmänner der Steinzeit.
Weitere Themen sind die Tiere, die von Menschen gejagt wurden, die Anfänge der Religion mit den ersten Bestattungen, Kannibalismus und Menschenopfern, die frühesten Tauschgeschäfte, Boote, Wagen, Straßen, Reittiere, der Beginn von Ackerbau und Viehzucht sowie Töpferei, die früheste Nutzung von Metallen und die erste Schrift.
Das Wissen über diese "Rekorde der Urmenschen" ist in unzähligen Büchern, Fachpublikationen, Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln verstreut, die häufig den Laien nicht bekannt, zugänglich und manchmal auch nicht verständlich sind, dass sie in fremden Sprachen oder einer zu wissenschaftlichen Sprache abgefasst wurden. Das Material für das vorliegende Buch wurde durch intensives Literaturstudium in Fachbibliotheken, durch Briefe und Gespräche mit Spezialisten zusammengetragen und in allen Fällen überprüft.
Jeder der erwähnten "Rekorde der Urmenschen" kann durch einen neuen spektakulären Fund übertroffen werden. Denn die Erforschung der Vergangenheit von Menschen und den Erfindungen unserer Vorfahren steht nicht still. Was heute gilt, kann morgen schon überholt sein. So ist dieses Buch lediglich der Versuch einer Momentaufnahme des gegenwärtigen Wissensstandes.
Die Texte des Taschenbuches "Rekorde der Urmenschen" stammen aus dem Werk "Rekorde der Urzeit" (1992) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter Rechtschreibung. Daraus entstanden 2008 zwei Bände: Bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen "Rekorde der Urzeit" (Landschaften, Pflanzen, Tiere) und "Rekorde der Urmenschen".
Wiesbaden (archaeologie-news) - Ein wichtiges Mosaikstück in der teilweise immer noch rätselhaften Geschichte des viertgrößten Stromes Europas ist der Ur-Rhein in Rheinhessen gegen Ende des Miozäns vor etwa zehn Millionen Jahren. Ablagerungen dieses Flusssystems sind die nach einem Rüsseltier bezeichneten Dinotheriensande. Der Ur-Rhein in Rheinhessen floss ab dem Raum Worms – weiter westlich als in der Gegenwart – auf die Binger Pforte zu. Der damalige Fluss berührte nicht – wie heute – die Gegend von Oppenheim, Nierstein, Nackenheim, Mainz, Wiesbaden und Ingelheim. Das geschah erst später.
Am Ur-Rhein existierte eine exotische Tierwelt, wie man vor allem durch Funde bei Eppelsheim, am Wissberg bei Gau-Weinheim und bei Dorn-Dürkheim weiß. In der Gegend von Eppelsheim etwa lebten Rüsseltiere, Säbelzahnkatzen, Bärenhunde, Tapire, Nashörner, krallenfüßige „Huftiere“, Ur-Pferde und sogar Menschenaffen. Eppelsheim genießt weltweit in der Wissenschaft einen guten Ruf. Zusammen mit dem Pariser Montmartre gehört der kleine Ort südlich von Alzey zu jenen großartigen Fossillagerstätten, mit denen die Erforschung ausgestorbener Säugetiere in Europa begonnen hat.
Obwohl sich viele Wissenschaftler mit dem Ur-Rhein befasst haben, gibt dieser Fluss weiterhin Rätsel auf. Es sind noch zahlreiche Grabungen und andere wissenschaftliche Untersuchungen nötig, um zumindest die wichtigsten Fragen über seine Entwicklung zu klären.
Das Taschenbuch „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ stammt aus der Feder des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Er hat zahlreiche Werke über prähistorische Themen – wie „Deutschland in der Urzeit“, „Deutschland in der Steinzeit“, „Deutschland in der Bronzezeit“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“ – veröffentlicht. Gewidmet ist das Taschenbuch Heiner Roos (*1934), dem Altbürgermeister von Eppelsheim, dessen Idee und Initiative das Dinotherium-Museum in Eppelsheim zu verdanken ist, sowie dem Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup (1803–1873), der sich um die Erforschung der Dinotheriensande in Rheinhessen verdient gemacht hat.
Zum Gelingen des Taschenbuches haben Heiner Roos, der Förderverein Dinotherium-Museum Eppelsheim, die Gemeinde Eppelsheim, Dr. Jens Lorenz Franzen, Dr. Gerhard Storch, Dr. Jens Sommer, Dr. Frank Holzförster, Professor Dr. Wolfgang Schirmer, Dr. Winfried Kuhn, Dr. Ursula Bettina Göhlich, Mag. Thomas Bence Viola, Dr. Oliver Sandrock, Dr. Thomas Keller und Thomas Engel maßgeblich beigetragen.
München / Wiesbaden (archaeologie-news) - Beim Buchgroßhändler "Libri" sowie in rund 100 Online-Buchhandlungen sind zwei Taschenbücher des Wiesbadener Autors Ernst Probst erhältlich, die sich mit Pflanzen, Tieren und Urmenschen befassen. Sie heißen "Rekorde der Urzeit" und "Rekorde der Urmenschen" und sind bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen.
Ernst Probst veröffentlichte mehr als 30 Bücher. Am bekanntesten sind "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit", "Deutschland in der Bronzezeit", "Dinosaurier in Deutschland" (zusammen mit Raymund Windolf), "Rekorde der Urzeit", "Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden", "Nessie. Das Monsterbuch", "Affenmenschen", "Seeungeheuer", "Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald", "Königinnen der Lüfte" mit Biografien berühmter Fliegerinnen, "Königinnen des Tanzes", 14 Taschenbücher mit Hunderten von Biografien über "Superfrauen" und "Superfrauen im Wilden Westen".
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Inhaltsangabe von "Rekorde der Urzeit":
Wann entstanden die ersten Meere, Inseln, Berge, Täler, Seen, Flüsse und Moore? Wo findet man heute noch Spuren vorzeitlicher Vulkane oder Meteorkrater? Seit wann gibt es Leben auf unserem "blauen Planeten"? In welcher Zeit wuchsen die frühesten Landpflanzen, die ersten Wälder, Nadelbäume, Laubbäume, Blumen und Gräser? Wann tauchten die ersten Dinosaurier, Flugsaurier, Vögel, Affen, Elefanten, Löwen und Pferde auf?
Auf all diese und viele andere Fragen aus der Urzeit vor etwa 4,6 Milliarden Jahren bis Christi Geburt gibt das Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" eine Antwort. Es schildert die Entstehung der ersten Ozeane, gibt einen Einblick in die Gebirgsbildung und die unvorstellbaren Kräfte, die hierbei auftraten, beschreibt die Eroberung des Festlands durch Pflanzen, Insekten und Lurche.
Der Inhalt des Buches ist weitgehend identisch mit dem Titel "Rekorde der Urzeit" (1992) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung bei C. Bertelsmann. Im Gegensatz zu diesem Werk werden hier aber die Rekorde aus der Entwicklungsgeschichte vom affenähnlichen Vormenschen zum vernunftbegabten Jetztmenschen nicht behandelt.
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Inhaltsangabe von "Rekorde der Urmenschen":
Wann, wo und wie lebten die ersten Vormenschen, Frühmenschen, Altmenschen und Jetztmenschen? Wie sahen sie aus, wie groß wurden sie, an welchen Krankheiten litten sie, welche Kleidung und welchen Schmuck trugen sie, wie haben sie gewohnt, was haben sie gegessen und getrunken, und was haben sie geglaubt?
Auf alle diese und viele andere Fragen soll das Taschenbuch "Rekorde der Urmenschen" eine Antwort geben. Es schildert die Entwicklung von noch affenähnlichen Vormenschen bis zu vernunftbegabten Jetztmenschen jener Art, zu der auch wir gehören.
Die ersten Behausungen des Menschen werden ebenso behandelt wie die frühesten Siedlungen, Befestigungsanlagen, Seeufersiedlungen, Tempel, Möbel, Kleidungs- und Schmuckstücke, Werkzeuge, Waffen, Haustiere, Musikinstrumente und Kunstwerke. Außerdem erfährt man viel über die Krankheiten und Verletzungen unserer frühen Vorfahren, die ersten Operationen und die Medizinmänner der Steinzeit.
Weitere Themen sind die Tiere, die von Menschen gejagt wurden, die Anfänge der Religion mit den ersten Bestattungen, Kannibalismus und Menschenopfern, die frühesten Tauschgeschäfte, Boote, Wagen, Straßen, Reittiere, der Beginn von Ackerbau und Viehzucht sowie Töpferei, die früheste Nutzung von Metallen und die erste Schrift.
Die Texte des Taschenbuches "Rekorde der Urmenschen" stammen aus dem Werk "Rekorde der Urzeit" (1992) von Ernst Probst in alter Rechtschreibung.
Wiesbaden (archaeologie-news) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehört die Adlerberg-Kultur. Sie war von etwa 2100 bis 1800 v. Chr. am nördlichen Oberrhein in Rheinland-Pfalz (Rheinhessen, Pfalz), Hessen und in Teilen von Baden-Württemberg (Nordbaden) verbreitet. Sie ist sicherlich aus der jungsteinzeitlichen Glockenbecher-Kultur hervorgegangen. Überspitzt formuliert handelt es sich um eine "Glockenbecher-Kultur ohne Glockenbecher". Denn diese beiden kulturellen Erscheinungen standen sich in Hinsicht auf die Bestattungssitten, Pfeil und Bogen sowie ihr identisches Siedlungsgebiet sehr nahe.
Der Text über die Adlerberg-Kultur stammt aus dem vergriffenen Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.
Wiesbaden (archaeologie-news) - Wann, wo und wie lebten die ersten Vormenschen, Frühmenschen, Altmenschen und Jetztmenschen? Wie sahen sie aus, wie groß wurden sie, an welchen Krankheiten litten sie, welche Kleidung und welchen Schmuck trugen sie, wie haben sie gewohnt, was haben sie gegessen und getrunken, und was haben sie geglaubt?
Auf alle diese und viele andere Fragen soll das Taschenbuch "Rekorde der Urmenschen" von Ernst Probst eine Antwort geben. Es schildert die Entwicklung von noch affenähnlichen Vormenschen bis zu vernunftbegabten Jetztmenschen jener Art, zu der auch wir gehören.
Die ersten Behausungen des Menschen werden ebenso behandelt wie die frühesten Siedlungen, Befestigungsanlagen, Seeufersiedlungen, Tempel, Möbel, Kleidungs- und Schmuckstücke, Werkzeuge, Waffen, Haustiere, Musikinstrumente und Kunstwerke. Außerdem erfährt man viel über die Krankheiten und Verletzungen unserer frühen Vorfahren, die ersten Operationen und die Medizinmänner der Steinzeit.
Weitere Themen sind die Tiere, die von Menschen gejagt wurden, die Anfänge der Religion mit den ersten Bestattungen, Kannibalismus und Menschenopfern, die frühesten Tauschgeschäfte, Boote, Wagen, Straßen, Reittiere, der Beginn von Ackerbau und Viehzucht sowie Töpferei, die früheste Nutzung von Metallen und die erste Schrift.
Das Wissen über diese "Rekorde der Urmenschen" ist in unzähligen Büchern, Fachpublikationen, Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln verstreut, die häufig den Laien nicht bekannt, zugänglich und manchmal auch nicht verständlich sind, daß sie in fremden Sprachen oder einer zu wissenschaftlichen Sprache abgefaßt wurden. Das Material für das vorliegende Buch wurde durch intensives Literaturstudium in Fachbibliotheken, durch Briefe und Gespräche mit Spezialisten zusammengetragen und in allen Fällen überprüft.
Jeder der erwähnten "Rekorde der Urmenschen" kann durch einen neuen spektakulären Fund übertroffen werden. Denn die Erforschung der Vergangenheit von Menschen und den Erfindungen unserer Vorfahren steht nicht still. Was heute gilt, kann morgen schon überholt sein. So ist dieses Buch lediglich der Versuch einer Momentaufnahme des gegenwärtigen Wissensstandes.
Die Texte des Taschenbuches "Rekorde der Urmenschen" stammen aus dem Werk "Rekorde der Urzeit" (1992) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter Rechtschreibung. Daraus entstanden 2008 zwei Bände: Bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen "Rekorde der Urzeit" (Landschaften, Pflanzen, Tiere) und "Rekorde der Urmenschen".
Interview mit dem Mainzer Archäologen Dr. Detert Zylmann, Autor des Buches „Rätsel der Menhire“:
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Frage: Herr Dr. Zylmann, was ist – populär erklärt – ein Menhir?
Antwort: Das Wort „Menhir“ ist keltischen Ursprungs und bezeichnet ein bewusst von Menschenhand aufgerichtetes, freistehendes, nichtfigürliches Steinmal. Es bedeutet „Langer Stein“ (men = Stein, hir = lang) und ist als wissenschaftlicher Begriff in die archäologische Literatur eingegangen. Die meisten steinernen Monumente weisen Höhen zwischen 1 und 3 m auf. Neben spitzen, obeliskartigen Steinsäulen kennen wir gedrungene, pyramidenartige Formen. Verwendet wurden Gesteinsarten wie Granit, Quarzite, Sand- und Kalksteine.
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Frage: Warum werden Menhire im deutschen Volksmund auch als „Hinkelsteine“ bezeichnet?
Antwort: Der volkstümliche Name „Hinkelstein“ („Hinkel“ = rheinhessisch „Huhn“), insbesondere im westdeutschen Raum gebräuchlich, ist eine missverstandene Ableitung des Wortes „Hünenstein“ (= Riesenstein) über „Hühnerstein“ zum mundartlichen „Hinkelstein“. Bereits im Mittelalter findet sich der Name „Hinkelstein“.
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Frage: Wie kam es, dass Sie sich für Menhire interessierten?
Antwort: Wegen ihres geheimnisvollen Charakters haben diese Steine wie kaum eine andere Denkmälergruppe meine Phantasie und die vieler anderer Menschen angeregt. Diese Steine wurden von Menschen der Vorzeit aufgestellt, von einer Bevölkerung, die noch keine Schrift besaß. Die Steine sind also Spuren oder Überreste menschlichen Lebens aus vergangenen Zeiten und damit historische Quellen, die über Geschichte und Kultur schriftloser Bevölkerungsgruppen Aussagen erlauben, Aussagen, die wir sonst nicht hätten. Viele ernsthafte Wissenschaftler haben sich mit den Steinen auseinander gesetzt; sie haben aber auch zahlreiche Spekulanten beschäftigt. Ich habe versucht, möglichst sachlich die verschiedenen Blickrichtungen zu beleuchten und den geschichtlichen Informationswert dieser Steinmale aufzuzeigen, die nach dem Gesetz schützenswerte Kulturdenkmäler sind, eine faszinierende und spannende Aufgabe.
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Frage: Aus welcher Zeit stammen die ältesten Menhire?
Antwort: Ganz allgemein können wir sagen, dass die meisten Menhire aus dem späten Neolithikum (3. Jahrtausend v. Chr.) stammen. Neueste Untersuchungen aus der Schweiz lassen erkennen, dass die Sitte, Menhire zu errichten, bereits um die Mitte des 5. Jahrtausends v. Chr. begann und damit in einem frühen Abschnitt der Jungsteinzeit zu datieren ist.
Frage: In Comics sieht man den kräftig gebauten Gallier (Kelten) namens „Obelix“, wie er Menhire („Hinkelsteine“) trägt oder sogar wirft. Haben die Gallier überhaupt „Hinkelsteine“ her- und aufgestellt?
Antwort: Sicher ist, dass weder die Römer noch die Kelten diese Steine hergestellt bzw. aufgestellt haben. Sie stammen aus einer Zeit, die weit vor den Geschichten von Asterix und Obelix anzusiedeln ist. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass Menhire gelegentlich noch in römischer Zeit kultische Verehrung erfuhren.
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Frage: Wie lang ist der größte Menhir und wo steht bzw. liegt er?
Antwort: Der größte heute noch aufrecht stehende Stein mit einer Höhe von 12 m ist der Menhir von Kerloas bei Plouarzel, westlich von Brest in der Bretagne. Auch der längste überhaupt bekannte Menhir befindet sich in der Bretagne. Es ist der umgestürzte „Grand Menhir Brisé“ auf der Halbinsel Locmariaquer im Departement Morbihan. Er ist in vier Teile zerbrochen und war ursprünglich etwa 21 m hoch.
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Frage: Kennt man das Gewicht mancher besonders großer Menhire?
Antwort: Während der Menhir von Kerloas über 150 Tonnen wiegt, wird das Gewicht des „Grand Menhir Brisé“ auf 350 Tonnen geschätzt.
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Frage: Die Herstellung und das Errichten von Menhiren waren doch erstaunliche Arbeitsleistungen?
Antwort: Der Transport und die Aufrichtung der Steine konnte mit Hilfe der experimentellen Archäologie nachgespielt werden. Da es keine Maschinen im heutigen Sinne gab, mussten alle Arbeiten von Tieren oder vom Menschen verrichtet werden. Wie zahlreiche Experimente gezeigt haben, hat es verschiedene Möglichkeiten gegeben, schwere Steine ohne komplizierte Maschinen zu bewegen. Besonders eindrucksvoll ist eine Darstellung aus dem Alten Ägypten. Dort wird über den Transport einer 60 Tonnen schweren und 7 m hohen Statue berichtet.
Insbesondere durch Experimente am Beispiel des südenglischen Stonehenge, dem Nationalheiligtum der Briten und der wohl bekanntesten Megalithanlage, wissen wir, dass schwere Steinblöcke über weite Entfernungen transportiert und wie sie aufgerichtet wurden.
1979 kam es in einem kleinen französischen Ort zu einem Versuch, die in der Vorzeit angenommenen Techniken zu überprüfen. Ein 32 Tonnen schwerer Steinblock sollte über eine größere Distanz befördert werden. Um dies zu erreichen, wurden 200 Personen benötigt, die mit Hilfe starker Flachsseile, schwerer Rollen und Eichenschienen den Stein bewegen konnten. Bereits 1956 gelang es Thor Heyerdahl mit seinem Forscherteam tonnenschwere Steinstatuen auf der Osterinsel ohne moderne Hilfsmittel wieder aufzustellen. In allen Experimenten konnte gezeigt werden, dass der Transport und die Aufrichtung mit sehr einfachen Verfahren möglich ist, vorausgesetzt Spezialisten waren mit der Planung und Ausführung betraut. Welche logistische Leistung erbracht werden musste, lässt sich nur erahnen. Auf jeden Fall muss eine gut durchdachte Organisation und – das sollte nicht unterschätzt werden – eine ebenso leistungsfähige Landwirtschaft für die Versorgung großer Menschengruppen vorausgesetzt werden.
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Frage: Weiß man heute, welchen Zweck die Menhire hatten?
Antwort: Eine einheitliche Deutung, warum Menhire aufgestellt wurden, gibt es nicht. Allgemein können wir sagen, dass sie eine kultisch-religiöse Funktion hatten. Es sind keine Grabmäler, die den Ort einer Bestattung anzeigen, obwohl zu ihren Füßen gelegentlich Tote bestattet wurden. Vielleicht waren es Götteridole, Opferpfähle oder phallische Kultdenkmäler, vielleicht Erinnerungsmale an Verstorbene, deren Leichnam man nicht finden konnte, sozusagen Vorläufer der griechischen Kenotaphe. Vielleicht gehörten sie aber auch zum Ahnenkult, dienten als so genannt „Ersatzleiber“ von Verstorbenen, an denen die Hinterbliebenen Abschied nehmen konnten. Schließlich hat man den Standort der Steine mit Gerichtsstätten in Verbindung gebracht. Heute sind sie oft Forst- oder Gemarkungssteine oder grenzen Besitztümer ab.
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Frage: Menhire waren teilweise verziert – was zeigen die Darstellungen?
Antwort: In heidnischer Zeit als Kultsteine, Mahnmale oder Idole verehrt, dürften die Menhire mit der Einführung des Christentums der Kirche ein Dorn im Auge gewesen sein. Eine Verehrung von Steinmonumenten konnte nicht geduldet werden. Die Steine wurden vielfach ausgegraben und zerstört. Wer dennoch die Steine verehrte, dem wurde mit Exkommunizierung gedroht. Doch die kirchlichen Weisungen und Verbote erzielten keinen durchschlagenden Erfolg. So ging man einen anderen Weg. Nicht durch Vernichtung und Zerstörung sollte eine allmähliche Annäherung erfolgen, sondern durch Integration in die christliche Glaubenswelt, in dem man beispielsweise ein Kreuz auf den Stein setzte oder ihm christliche Symbole eingravierte. Damit war der so in seinem Äußeren veränderte Stein in den Dienst der Religion gestellt, man hatte ihn also „christianisiert“. Oder man ließ eine Nische in den Stein meißeln und setzte ein Heiligenbild hinein. 1985 fand man in Tübingen einen mit fünf sogenannten Stabdolchen verzierten Steinblock. Diese Waffenabbildungen datieren den Stein in ein fortgeschrittenes Stadium der Frühen Bronzezeit und damit an den Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends. Die meisten Menhire sind jedoch unverziert, nur gelegentlich sind Bearbeitungsspuren zu erkennen.
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Frage: Gibt es eine Erklärung dafür, dass man in manchen deutschen Bundesländern (z. B. Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen-Anhalt) viele oder zumindest einige Menhire entdeckt hat, in anderen dagegen gar keine (z. B. Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein)?
Antwort: Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten. Menhire sind keine isolierte Erscheinung, sondern sie stehen in einem engen kulturellen Zusammenhang mit den zahlreichen Megalithbauten, also den „Großsteinbauten“, (z. B. Großsteingräber, Steinreihen von Carnac, Stonehenge). War man früher der Auffassung, zu derartigen Monumentalbauten müsse es einen inneren Zusammenhang geben, ja man glaubte sogar an die Werke eines einzigen Megalithvolkes mit gleicher Tradition und gemeinsamer Kultur, so vermutet man heute hinter diesen Gemeinsamkeiten lediglich ein geschlossenes religiöses System, getragen von unterschiedlichen Völkerschaften. Nach neueren chronologischen und architektonischen Untersuchungen ist von mehreren eigenständigen, voneinander unabhängigen Entstehungszentren auszugehen. Dies mag vielleicht eine Erklärung dafür sein, warum sich die Verbreitung der Menhire nicht mit der der übrigen Megalithbauten deckt.
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Frage: Wo kann man in Deutschland einen besonders eindrucksvollen Menhir betrachten?
Antwort: Zu den eindruckvollsten Menhiren gehört zweifellos der „Lange Stein“ mit einer Höhe von 3,70 m. Er steht südöstlich von Ober-Saulheim, Kreis Alzey-Worms (Rheinland-Pfalz), an der Bundesstraße 40. Er ist „christianisiert“ worden. Im oberen Drittel des Steines ist eine Nische zur Aufnahme eines christlichen Heiligenbildes eingehauen. Diese Nische kann nach ihrer Form in die späte Gotik datiert werden.
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Frage: Sind Menhire, die unbewacht fern von Städten oder Dörfern in der Landschaft stehen, durch unvernünftige Menschen gefährdet?
Antwort: Viele Steine fanden in früheren Zeiten nicht die ihnen gebührende Anerkennung. Sie wurden beispielsweise bei Flurbereinigungen oder bei Straßenbaumaßnahmen zerstört oder andernorts aufgestellt. Heute stehen nur noch wenige Menhire an ihren ursprünglichen Standorten.
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Frage: Welche Rolle spielen die „Hinkelsteine“ heute in Rheinhessen, wo Sie als Archäologe arbeiten?
Antwort: Diese Steine wurden von einer Bevölkerung aufgestellt, die noch keine Schrift besaß. Menhire sind also Spuren menschlichen Lebens aus vergangenen Zeiten und damit historische Quellen, die über Geschichte und Kultur schriftloser Bevölkerungsgruppen Aussagen erlauben, Aussagen, die wir sonst nicht hätten. Und so besteht folgerichtig ein öffentliches Interesse an der Pflege und Erhaltung dieser Denkmäler. Werden sie zerstört, bedeutet dies den Verlust an Informationen. Sie sind nach dem Gesetz schützenswerte Kulturdenkmäler. Neben den Grabhügeln und den Wallanlagen gehören die Menhire zu den einzigen heute noch oberirdisch sichtbaren, also auch für den Laien im Gelände optisch erkennbaren archäologischen Denkmälern unserer Region.
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Frage: Kann man in Deutschland heute noch bislang unbekannte Menhire entdecken?
Antwort: Dies dürfte außerordentlich schwierig sein, sofern keine schriftlichen Dokumente vorliegen. Man sieht diesen Steinen ihren Denkmalcharakter nicht immer an. Oft liefern Flurnamen einen letzten Hinweis auf ein Kulturdenkmal, das in der Regel dann auch nicht mehr vorhanden ist.
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Frage: Um Menhire rankt sich mancher Aberglaube – was zum Beispiel?
Antwort: Trotz vielfältiger Missionierungsversuche durch die Kirche konnten sich viele heidnische Vorstellungen und Bräuche halten. Bereits im 13. Jahrhundert wird urkundlich erwähnt, dass sich einige Menhire zu hohen Feiertagen drehten. Legte man das Ohr an sie, so waren Weh - und Klagelaute zu vernehmen. Man glaubte, diese Steine seien nicht das Werk von Menschen, sondern gehörten in die Welt von unsichtbaren Wesen mit übernatürlichen Kräften. Daher hatte die Bevölkerung, insbesondere die bäuerliche, lange Zeit großen Respekt vor diesen Steinen. Wir kennen Steine, die im Mittelpunkt von Fruchtbarkeitsriten standen. Segensreicher Einfluss auf Liebe und Kindersegen wurde dem zuteil, der die Steine intensiv berührte. Aus der Gegend um Carnac (Bretagne) wird berichtet, dass ältere kinderlose Ehepaare tanzend zu einem Stein kamen mit der Bitte um Erben. Auf einer bretonischen Postkarte noch aus dem Jahre 1900 sind Frauen abgebildet, die einen Hinkelstein umtanzen, in der Hoffnung auf Kindersegen. Der Glaube an die Macht der Steine manifestiert sich auch heute noch gelegentlich in bestimmten Praktiken. So fand ich bei einem Besuch des „Langen Steins“ von Ober – Saulheim (Rheinland-Pfalz) eine brennende Grableute zu seinen Füßen. Ein weiteres Beispiel aus jüngster Zeit ließ sich aus Bretagne dokumentieren. In einem Menhir, der seitlich ein Loch aufwies, steckte ein französisches Weißbrot und eine Münze. Wir sehen, dass auch im modernen Zeitalter diese Steine noch nicht ganz ihre Macht verloren haben.
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Frage: Interessieren sich die heutigen Menschen noch für Menhire?
Antwort: Geschichte hat gegenwärtig in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Archäologische Sendungen in Rundfunk und Fernsehen können hoher Einschaltquoten gewiss sein. Die Fülle von archäologischen Sachbüchern und die hohen Besucherzahlen in archäologischen Ausstellungen lassen sich nur mit einer positiven Akzeptanz der Sache der Archäologie erklären. Wegen ihres geheimnisvollen Charakters haben diese Steine bis in die heutige Zeit wie kaum eine andere Denkmälergruppe die Phantasie der Menschen angeregt. Sehr zögerlich haben sich viele ernsthafte Wissenschaftlern mit den Steinen auseinandergesetzt, da hinsichtlich Funktion und Deutung nur eine begrenzte Aussage möglich ist. Und so bleibt das Feld vielfach den Esoterikern und den Fantasten überlassen, rückt das Mystische in den Vordergrund und gewinnen Fantasie und Wunschdenken die Oberhand. Spekulationen werden zu Fakten, Glaube wird zu Wissen. Es gibt zahlreiche Vermutungen, jedoch wenige schlüssige Beweise. Ich habe versucht, möglichst sachlich die verschiedenen Blickrichtungen zu beleuchten und den geschichtlichen Informationswert dieser Kulturdenkmäler aufzuzeigen.
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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://archaeologie-news.blog.de
Wiesbaden (archaeologie-news) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehört die Straubinger Kultur vor etwa 2300 bis 1600 v. Chr. Sie war in Südbayern (Niederbayern, Oberbayern sowie teilweise in der Oberpfalz und Schwaben) verbreitet. Ausläufer behaupteten sich auch in Oberösterreich, im Land Salzburg und im Raum Kufstein in Nordtirol.
Die Straubinger Kultur gilt als die älteste Kultur der Frühbronzezeit im östlichen Süddeutschland. Ihre Metallhandwerker haben in der frühen Stufe noch Erzeugnisse aus unlegiertem Kupfer und erst in der späten Stufe aus Bronze hergestellt.
Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch "Die Straubinger Kultur" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Das Taschenbuch ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" http://www.grin.de erschienen und beim Buchgroßhändler "Libri" unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=Die+Straubiinger+Kultur sowie bei rund 100 Online-Buchshops (Amazon usw.) erhätlich.
Der Text über die Straubinger Kultur stammt aus dem vergriffenen Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.
Wiesbaden (archaeologie-news) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehören die Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die Stader Gruppe in der mittleren Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die Stader Gruppe in der jüngeren Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.). Den Begriff „Stader Gruppe“ hat 1981 der Prähistoriker Arne Lucke in seiner Hamburger Dissertation erstmals für eine Lokalgruppe der jüngeren Bronzezeit verwendet. Im Gegensatz dazu benutzt der Hamburger Prähistoriker Friedrich Laux die Bezeichnung „Stader Gruppe“, die er 1987 bei einem Vortrag in Bad Stuer erwähnte und auf die er 1991 in einem Aufsatz zurückgriff, für eine Gruppe, die sich in der älteren, mittleren und jüngeren Bronzezeit behauptete.
Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die Stader Gruppe in der Bronzezeit“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Die 61-seitige Publikation ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de erschienen und beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=Die+Stader+Gruppe+ erhältlich.
Die Texte über die Stader Gruppe stammen aus dem vergriffenen Buch „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entsprechen dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt und sind bei „Libri“ erhältlich.
Leseprobe aus dem E-Book und dem Taschenbuch "Die Lausitzer Kultur" von Ernst Probst:
Eine der wichtigsten Kulturen Mitteleuropas war von etwa 1300 bis 500 v. Chr. die Lausitzer Kultur. Sie entwickelte sich vermutlich aus der Vorlausitzer Kultur und existierte während der mittleren und jüngeren Bronzezeit sowie in der frühen Eisenzeit. In diesem Kapitel werden lediglich die bronzezeitlichen Abschnitte von etwa 1300 bis 800 v. Chr. behandelt, die ungefähr der Lebensdauer der süddeutschen Urnenfelder-Kultur entsprechen.
Das Verbreitungsgebiet der Lausitzer Kultur reichte im Westen bis an die Saale in Mitteldeutschland, während es im Süden Nordböhmen, Nordmähren und die nordwestliche Slowakei umfaßte. Im Nordwesten gehörte das südliche Brandenburg dazu, und im Osten bildete die heutige polnische Provinz Posen (Poznan) die Grenze. Die Prähistoriker unterscheiden zwischen einer Ost-, West-, schlesisch-mährischen, oberschlesisch-polnischen, mittelschlesischen und einer Lausitz-sächsischen Gruppe.
Zur Westgruppe rechnet man die einst vor allem in der Lausitz im südlichen Brandenburg und in Sachsen ansässige Lausitz-sächsische Gruppe. Dazu gehörten im Norden die Spindlersfelder Gruppe, im Osten die Niederlausitzer Gruppe, Neißemündungs-Gruppe, Oberlausitzer Gruppe, Aurither Gruppe sowie im Westen die Fläming-Gruppe, Schliebener Gruppe, Elbe-Mulde-Gruppe, Elbe-Elster-Gruppe, Dresdener Gruppe und Osterländische Gruppe. Letztere hatte sich überwiegend östlich der Saale in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie geringfügig auch in der Umgebung westlich der Saale niedergelassen.
Den Begriff Lausitzer Kultur hat 1880 der damals an der Universität Berlin wirkende Pathologe Rudolf Virchow (1821-1902) geprägt. Virchow erkannte bei Besuchen des Gräberfeldes von Zaborow bei Priment (Provinz Posen) in den 1870er und 1880er Jahren, daß ein Teil der dortigen Funde von einer selbständigen Kultur stammt. Denn bestimmte Tongefäße lagen tiefer als die slawische Keramik und unterschieden sich durch ihr feineres Tonmaterial, ihre Form und Verzierungen deutlich von dieser.
Die umfangreichste Schädelbestattung aus der Mittelsteinzeit in Deutschland wurde 1908 in der Großen Ofnet-Höhle bei Holheim (Kreis Donau-Ries) in Bayern entdeckt. Dort sind um 5500 v. Chr. nacheinander die Schädel von insgesamt 38 Männern. Frauen und Kindern in zwei Mulden niedergelegt worden. Auffälligerweise sind ihre Gesichter zum Höhleneingang nach Südwesten ausgerichtet. Die Schädel der Frauen wurden mit Schneckengehäusen und Zähnen vom Perlfisch geschmückt.
Lüneburg (archaeologie-news) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehören die Lüneburger Gruppe in der älteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die Lüneburger Gruppe in der mittleren Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die Lüneburger Gruppe in der jüngeren Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.).
Von der "Lüneburger Bronzezeit" sprach 1939 erstmals der damals in München tätige Prähistoriker Friedrich Holste (1908-1942). Den heute gebräuchlichen Begriff "Lüneburger Gruppe" prägte 1971 der zu jener Zeit am Museum Lüneburg arbeitende Prähistoriker Friedrich Laux.
Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit“ (ISBN 364011180X) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ als E-Book und Taschenbuch erschienen und umfasst 80 Seiten. Der Text des Taschenbuches über die Bronzezeit stammt aus dem vergriffenen Werk "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Ernst Probst veröffentlichte auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit" (1986) und "Deutschland in der Steinzeit" (1991).
Das Taschenbuch „Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit“ ist für 14,99 Euro beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7574630/ernst_probst_die_lueneburger_gruppe_in_der_bronzezeit_364011180X.htm sowie bei rund Online-Buch-Shops erhältlich.
Wiesbaden (archaeologie-news) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehören die nordische frühe Bronzezeit bzw. frühe Bronzezeit des Nordischen Kreises (etwa 1800 bis 1500 v. Chr.), die nordische ältere Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die nordische mittlere Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die nordische späte Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.). Der von dem schwedischen Prähistoriker Oscar Montelius (1843-1921) stammende Begriff "Nordischer Kreis" beruht auf der eigenständischen Entwicklung nördlicher Regionen Europas.
Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die nordische Bronzezeit“ (ISBN 3640111796) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ als E-Book und Taschenbuch erschienen und umfasst 144 Seiten. Der Text des Taschenbuches über die Bronzezeit stammt aus dem vergriffenen Werk "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Ernst Probst veröffentlichte auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit" (1986) und "Deutschland in der Steinzeit" (1991).
Das Taschenbuch „Die nordische Bronzezeit“ ist zum Preis von 14,99 Euro erhältlich beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7574631/ernst_probst_die_nordische_bronzezeit_3640111796.html sowie in rund 100 Online-Buchshops wie Amazon, buecher.de, Buch24.de, lesen.de oder jpc.
Wiesbaden (archaeologie-news) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr. Der Begriff "Bronzezeit" wurde 1836 in einem Museumskatalog durch den dänischen Prähistoriker Christian Jürgensen Thomsen (1788-l865) aus Kopenhagen eingeführt.
Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die Bronzezeit“ (ISBN 978-3-640-11177-0) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ als E-Book und Taschenbuch erschienen und umfasst 108 Seiten. Der Text des Taschenbuches über die Bronzezeit stammt aus dem vergriffenen Werk "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Ernst Probst veröffentlichte auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit" (1986) und "Deutschland in der Steinzeit" (1991).
Leseprobe aus dem E-Book und dem Taschenbuch "Die Urnenfelder-Kultur" von Ernst Probst:
Die Urnenfelder-Kultur gilt in Europa als eine der wichtigsten Kulturen der Spätbronzezeit. Sie bestand von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. und vermochte sich vom nördlichen Balkan über die Donauländer bis zur Oberrheinregion auszubreiten. In Deutschland war sie in Baden-Württemberg, Bayern, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen, Teilen Nordrhein-Westfalens (Nieder-rheinische Bucht) und südlich des Thüringer Waldes heimisch.
Der Begriff »Urnenfelder-Kultur« fußt darauf, daß damals die Toten auf Scheiterhaufen verbrannt und danach häufig ihre Asche beziehungsweise Knochenreste in tönerne Urnen geschüttet und in Brandgräbern beigesetzt wurden. Gelegentlich bilden die Brandgräber ausgedehnte Urnenfelder mit Dutzenden oder Hunderten von Bestattungen.
Als erster formulierte 1885 der Direktor der Großherzoglichen Sammlungen in Karlsruhe, Ernst Wagner (1832-1920), die Bezeichnung »Urnen-Friedhöfe«. Seine Publikation »Hügelgräber und Urnen-Friedhöfe in Baden« wurde 1886 durch den Königsberger Prähistoriker Otto Tischler (1843-1891) in der »Westdeutschen Zeitschrift« kommentiert. Dabei sprach Tischler von »Urnenfeldern der Bronzezeit«.
Nach Ansicht der meisten Prähistoriker war die Urnenfelder-Zeit ein unruhiger Abschnitt der Urgeschichte. Damals setzten vermutlich in vielen Gebieten Europas große Völkerwanderungen ein, die vielleicht im mittleren Donauraum ihren Ausgang nahmen. Sie erreichten wahrscheinlich nicht nur Süddeutschland, sondern auch den Balkan und die östliche Mittelmeerregion. Sogar die Ägypter mußten sich der Eindringlinge mit Waffengewalt erwehren.
Ihre Ursache hatten die großen Wanderungen der Unruhestifter womöglich in einer erheblichen Bevölkerungszunahme, deren Folgen durch ein ungünstiges trockenes Klima verstärkt wurden. Ein weiteres Motiv könnte das Interesse von Anführern der betroffenen Gemeinschaften an Kriegszügen gewesen sein, die bei erfolgreichem Verlauf sowohl Beute als auch Ansehen mehrten. Diese Kriegszüge nun bewirkten vermutlich Ausweichbewegungen jener Stämme, in deren Gebiete die Eroberer zuerst eindrangen.
Es gab aber auch Experten, die derartige Wanderungen bezweifelten. Der Freiburger Prähistoriker Georg Kraft (1894-1944) beispielsweise schloß 1927 nach der Untersuchung süddeutscher Urnenfelder aus, daß eine große Kulturbewegung von Osten nach Westen stattgefunden habe. Im Gegensatz dazu vertrat 1938 der österreichische Prähistoriker Richard Pittioni (1906-1985) die Ansicht, in der Lausitz zwischen Sachsen, Brandenburg und Schlesien habe im 13. Jahrhundert v. Chr. eine große Abwanderung eingesetzt. Aus der Begegnung der wandernden Gruppen mit den älteren einheimischen Kulturen in verschiedenen Teilen Europas seien als Folge lokale Urnenfelder-Gruppen entstanden, die im 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. über fast den gesamten Kontinent verbreitet gewesen seien.
Angesichts bestimmter Gemeinsamkeiten bei den archäologischen Funden – etwa immer wiederkehrender ähnlicher Gefäßtypen – meinte Pittioni auch, alle Urnenfelder-Gruppen hätten einer Gemeinschaft mit derselben Sprache angehört. Er nahm an, daß die Urnenfelder-Kultur mit einer konkreten Einzelsprache, nämlich dem Illyrischen, in Verbindung gebracht werden könne, und sprach in diesem Zusammenhang von sogenannten Proto-Illyrern. Laut Pittioni waren die Urnenfelder-Leute Alteuropäer, die weite Teile Europas in Besitz nahmen.
Der Tübinger Prähistoriker Wolfgang Kimmig bestritt 1964, daß die einzelnen Urnenfelder-Gruppen einem Volk angehört hätten. Nur die östlichen Gruppen ließen sich dem illyrischen Volkstum zuordnen. Wie Pittioni befürwortete auch Kimmig die Theorie der Wanderungen, die neben Kulturkontakten und einem Kulturaustausch mit verschiedensten gegenseitigen Beeinflussungen für die Ausbreitung der Urnenfelder-Kultur verantwortlich seien.
Nach Auffassung Kimmigs führten die Wanderungen der Urnenfelder-Leute über Griechenland, die ägäischen Inseln bis nach Syrien, Palästina und Ägypten. Demzufolge wären europäische Fremdlinge in den Mittelmeerraum eingedrungen und hätten dort ähnliche Unruhen ausgelöst wie in Mitteleuropa, Italien, Frankreich, Spanien und sogar England.
Für Süddeutschland und das Ostalpengebiet werden die 1902 durch den damals in Mainz arbeitenden Prähistoriker Paul Reinecke (1872-1958) eingeführten Stufenbezeichnungen Bronzezeit D, Hallstatt A und Hallstatt B verwendet. Davon umfaßt Hallstatt A zwei Unterstufen (Ha A 1, Ha A 2), Hallstatt B dagegen drei Unterstufen (Ha B 1, Ha B 2, Ha B 3).
Die Einteilung der Stufen und Unterstufen basiert auf bestimmten Bronzeobjekten und ihrem Formenwandel (Schwerter, Dolche, Messer, Rasiermesser, Nadeln, Fibeln, Armringe, Tassen) sowie Tongefäßen. Die zahlreichen kennzeichnenden Formen dieser Stufen und Unterstufen wurden 1959 durch den bis dahin in München tätigen Prähistoriker Hermann Müller-Karpe beschrieben. Eine genaue Auflistung all jener Objekte ist in einem populärwissenschaftlichen Buch wie diesem nicht möglich.
Nach neuesten Überlegungen wird heute die Urnenfelder-Kultur dreigegliedert. Die erste Stufe entspricht der späten Hügelgräber-Bronzezeit (Bronzezeit D) und der frühen Urnenfelder-Zeit (Hallstatt A 1). Die zweite Stufe umfaßt die mittlere Urnenfelder-Zeit (Hallstatt A 2 bis B 1) und die dritte Stufe die späte Urnenfelder-Zeit (Hallstatt B 2/3).
Wiesbaden (archaeologie-news) – Bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de ist das Taschenbuch „Die Aunjetitzer Kultur – Eine Kultur der Bronzezeit vor etwa 2300 bis 1600/1500 v. Chr.“ erschienen. Autor der 60-seitigen Publikation ist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der 1996 das Werk „Deutschland in der Bronzezeit“ bei C. Bertelsmann veröffentlichte.
Und sagt das sagt „GRIN“ über das Taschenbuch „Die Aunjetitzer Kultur“:
Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehört die Aunjetitzer Kultur vor etwa 2300 bis 1600/1500 v. Chr., die nach dem Gräberfeld von Unetice (Aunjetitz) in Böhmen (Tschechien) benannt ist. Sie war in der Frühstufe in Böhmen, Mähren, der Südwestslowakei, Schlesien, Niederösterreich, Thüringen, Sachsen-Anhalt und in der Spätstufe im östlichen Niedersachsen sowie in Brandenburg und im Südwesten Großpolens verbreitet.
Der Text über die Aunjetitzer Kultur stammt aus dem vergriffenen Buch „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.
Der Menhir Breitenstein oder Zwölfapostelstein ist wahrscheinlich ein uralter Kultstein. Erwähnt wurde er erstmal 713 in einer Urkunde der Abtei Weißenburg. Er steht in der Nähe von Bitsche/Lothringen.
Teufelsstein bei Schköna in der Dübener Heide: Foto: Ralf Bülow
Von Ralf Bülow
Schköna (archaeologie-news) - Seit Ende Mai 2008 ist im Landesmuseum in Halle/Saale die "Himmelsscheibe von Nebra" in einer neu gestalteten Abteilung zu sehen und erregt zu Recht das Interesse der Öffentlichkeit. Darüber sollte aber nicht vergessen werden, dass es in der Astroarchäologie noch andere faszinierende Denkmäler gibt, etwa Steinkreise oder – mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit – die Schalen- oder Näpfchensteine. Das sind Findlinge, auf deren Oberfläche Gruppen von Vertiefungen angebracht wurden, die sich durchaus als Sterndarstellungen interpretieren lassen.
Mindestens zwei solcher Findlinge befinden sich in der Nähe des Dorfes Schköna in der Dübener Heide, einem Waldgebiet südlich von Wittenberg. In der lokalen Überlieferung gelten sie als der Lutherstein und der Teufelsstein. Als Schalensteine identifizierte sie der Frühgeschichtler Otto-Friedrich Gandert am 3. November 1927. Publiziert hat er seinen Fund aber zehn Jahre später in dem Artikel „Die Entdeckung zweier Näpfchensteine in der Dübener Heide“ in Heft 6/1937 der Zeitschrift „Mitteldeutsche Volkheit – Hefte für Vorgeschichte und Volkskunde“.
Der interessantere der beiden Brocken ist der auf freiem Feld stehende Teufelsstein aus Biotit-Granit, der rund 1,50 Meter aus dem Erdreich ragt und oben leicht abgeflacht ist. Diese Plattform misst etwa 1,90 mal 2 Meter. Gandert schrieb weiter:
„Die Schälchen verteilen sich auf zwei Gruppen. Gruppe I liegt im Südwesten der Plattform und umfaßt 26 Schälchen. Das größte ist 15 mm tief und hat 73 mm Durchmesser, das kleinste ist 30 mm tief und 36 mm groß. [...] Gruppe II mit 40 Schälchen überspannt in teils gedrängter, teils lockerer Streuung den Nordosten der Fläche. Dort liegt auch zwischen den Schälchen eine 45 cm lange und 15 mm tiefe Halbmondrille. Sie stellt für den Betrachter, wenn er auf dem näpfchenfreien Südostviertel des Steines steht, den zunehmenden (!) Mond dar. Bei der Gruppe II ist das größte Schälchen 65 mm breit und 15 mm tief, das kleinste 36 mm breit und 20-30 mm tief.“
Anzumerken ist, dass die als Halbmondrille bezeichnete Struktur wohl natürlichen Ursprungs ist. Ein astronomisches Felsbild könnte demnach so entstanden sein, dass der „Künstler“ die Rille als Ausgangsmerkmal nahm, um das er die Näpfchen als Sterndarstellungen gruppierte. Nach Funden aus benachbarten Hügel- und Flachgräbern ordnete Gandert die Schalen der mittleren bis jüngeren Bronzezeit zu, was 1600 bis 1200 v. Chr. entsprechen dürfte (Lausitzer Kultur). Damit wären sie nach dem Vergraben der Nebra-Scheibe entstanden, das um 1600 v.Chr. geschah.
Anzustreben wäre für beide Findlinge eine genaue Übersicht der Verteilung der einzelnen Schalen, um mögliche Sternbilder zu identifizieren. In seinem Artikel von 1937 regte Gandert „eine amtliche Grabung in der allernächsten Umgebung des Teufelssteines und des Luthersteines“ an, die aber nie erfolgte. Außerdem sollte das weitgehend vergessene Buch des Astronomen Rolf Müller „Der Himmel über dem Menschen der Steinzeit“ (Berlin 1970) – dem wir den Hinweis auf die Findlinge verdanken – einmal von allen Freunden der Bronzezeit-Astronomie studiert werden.
Noch ein paar Sätze zu Otto-Friedrich Gandert: Er war ein Sohn der Dübener Heide und wurde 1898 als achtes Kind des Pastors Emil Ludwig Gandert in Söllichau geboren, einem Nachbarort von Schköna. Schon als Kind interessierte er sich für die Urgeschichte der Region und studierte nach dem I. Weltkrieg das Fach in Berlin und Halle. In Berlin lernte er neben dem Studium als Volontär die Staatlichen Museen kennen. Seine Doktorarbeit in Halle/Saale behandelte steinzeitliche Haushunde.
Nach der Promotion war Gandert zunächst Assistent an der Landesanstalt für Vorgeschichte in Halle/Saale. Ab 1928 leitete er die Vorgeschichtliche Abteilung am Kaiser-Friedrich-Museum Görlitz und wurde dann Direktor der städtischen Kunst- und Altertumssammlungen. Von 1936 bis 1945 arbeitete er in Berlin als Direktor der vorgeschichtlichen und der naturkundlichen Abteilung am Märkischen Museum.
Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft übernahm Gandert 1946 die Leitung des Museums für Vorgeschichte und Naturkunde in Oldenburg, ehe er 1951 als Kustos an das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte kam. Von 1958 bis 1963 war er dort Direktor; in seine Zeit fallen bedeutende Ausgrabungen zur Urgeschichte Berlins, wichtige Sonderausstellungen und auch der Einzug des Museums in den Westflügel von Schloss Charlottenburg. Otto-Friedrich Gandert starb 1983.
Halbmondrille des Teufelssteins. Foto: Ralf Bülow
Näpfchen eines Schalensteins bei Schköna. Foto: Ralf Bülow
Krems an der Donau (archaeologie-news) - Neugeborene galten bereits in der Altsteinzeit vor nahezu 30000 Jahren Jahren als volle Mitglieder der Gemeinschaft. Dies belegt die Doppelbestattung von zwei Säuglingen aus jener Zeit, die 2005 in Krems-Wachtberg in Niederösterreich in etwa 5 Meter Tiefe entdeckt worden ist.
Die Säuglinge sind unter dem Schulterblatt eines erwachsenen Mammuts bestattet worden. Sie waren dicht mit Rötel bedeckt. Rot galt damals vermutlich als "Farbe des Lebens". Außerdem hatte man die Säuglinge mit einer feinen Perlenkette versehen.
Bei den Säuglingen könnte es sich vielleicht um Zwillinge handeln. Ob ihre Mutter bei der Geburt ebenfalls gestorben und nur wenige Meter von den Kindern entfernt bestattet worden ist, weiß man noch nicht.
In Krems-Wachtberg erforscht seit April 2005 ein Team der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften akribisch eine altsteinzeitliche Siedlungsstelle. In einer etwa 8 bis 15 Zentimeter starken Kulturschicht wurden Tausende von Kleinstfunden dokumentiert: Steinabsplisse, Holzkohlenreste und Knochensplitter. Sie weisen auf einen alten Unterstand mit Feuerstelle hin, in dem Knochengeräte geschnitzt und Steingeräte zurechtgehauen wurden.
Das Forschungsprojekt "Gravettienzeitliche Besiedlungsmuster an der forschungsgeschichtlich bedeutenden Position Krems-Wachtberg, Niederösterreich" wird von Univ.-Lekt. Dr. Christine Neugebauer-Maresch geleitet. Die Grabungsleitung hat Mag. Thomas Einwögerer. Beide sind Mitarbeiter der Prähistorischen Kommission (Leitung: Univ. Prof. Dr. Herwig Friesinger).
Neuwied-Segendorf (archaeologie-news) - Ein "Tempel der Wissenschaft" in Deutschland, der sich ausschließlich mit der Altsteinzeit befasst, hat am Pfingstsonntag, 11. Mai 2008, einen "runden Geburtstag": Das "Museum für die Archäologie des Eiszeitalters - Forschungsbereich Altsteinzeit des Römisch-Germanischen-Zentralmuseums Mainz" im Schloss Monrepos in Neuwied-Segendorf (Rheinland-Pfalz) feiert sein 20-jähriges Bestehen.
Auf der Webseite des Museums mit der Internetadresse http://www.museum-monrepos.de heißt es: "Die Altsteinzeit ist der längste und dabei prägendste Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Sie ist die Geschichte und Entwicklungphase des modernen Menschen von ca. 2,5 Millionen bis vor 7.500 Jahren. Während dieser Zeit entwickelten sich die biologischen, geistigen und kulturellen Grundlagen, die den heutigen Menschen charakterisieren. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Jäger und Sammler bis zum Übergang zur produzierenden Wirtschaftsweise der ersten Ackerbauern und Viehzüchter."
Auf etwa 1000 Quadratmeter Fläche präsentiert das "Museum für die Archäologie des Eiszeitalters" die Entwicklung des Menschen in der Altsteinzeit. Im Mittelpunkt stehen dabei Ausgrabungsergebnisse des Forschungsbereiches Altsteinzeit des RGZM. Besonders durch Exponate der weltbekannten archäologischen Fundplätze Gönnersdorf und Andernach gewährt das Museum einzigartige Einblicke in die große Zeit der Eiszeitjäger vor mehr als 15.000 Jahren.
Träger des Museums sind die "Prinz Maximilian zu Wied-Stiftung" und das "Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz" (RGZM).
Öffnungszeiten:
Von April bis Oktober:
Dienstags bis Sonntags und an Feiertagen 10.00-17.00 Uhr
Von November bis März:
Mittwoch, Sonntag und an Feiertagen 10.00-17.00 Uhr
Informationen über Veranstaltungen, Anfahrt und Eintrittspreise: http://www.museum-monrepos.de
Mainz (archaeologie-news) – Ein mannshoher, tonnenschwerer und keilförmiger Menhir aus grauer Vorzeit, der lange Zeit unbeachtet im ebenen Laubenheimer Ried bei Mainz-Laubenheim lag, erhält eine neue Heimat. Dieser so genannte „Hinkelstein“ soll um rund 30 Meter versetzt und dann am Rand eines vorbeiführenden Weges gut sichtbar für Spaziergänger aufgestellt werden.
Der Menhir besteht aus Kalkstein aus der Übergangszeit von der erdgeschichtlichen Epoche des Oligozän zum Miozän vor etwa 23 Millionen Jahren. Er ist grob behauen und weist keinerlei Bilder oder Zeichen auf.
Man weiß nicht, wann das eindrucksvolle Steinmal erstmals ins Laubenheimer Ried transportiert und dort errichtet wurde. Die ältesten Menhire – auch „Hinkelstein“ genannt – kennt man bereits aus der jüngeren Steinzeit vor mehr als 6000 Jahren. Nach Ansicht des Mainzer Archäologen Dr. Detert Zylmann hatte der Laubenheimer Menhir ursprünglich eine kultisch-religiöse Bedeutung.
Der Menhir aus dem Laubenheimer Ried wurde bereits in den 1870-er Jahren vermutlich beim Pflügen in der heutigen Flur „In den Karpfenwiesen", einem verlandeten Rheinarm, entdeckt und freigelegt. 1928 beschrieb Dr. Georg Durst, der damalige Leiter des Museums Alzey, einen „pyramidalen Kalksteinblock“ im Laubenheimer Ried, den er als Erster als Menhir identifizierte.
Bis 1870 diente dieser Menhir als Grenzstein zwischen den Laubenheimer Wiesen und der „Kuhweide“, einer Enklave des Dorfes Hechtsheim. Bei einer Bodenheimer Flurbereinigung um 1971 wurde der „Hinkelstein“ von seinem ursprünglichen Fundort entfernt. Auf diese Weise gelangte er etwa 120 Meter weiter rheinwärts.
Im Frühjahr 1973 erfolgte eine Flurbegehung unter Leitung des Laubenheimer Lehrers und Heimatforschers Adam Leineweber. Damals sollte geklärt werden, ob es sich bei dem Stein im Laubenheimer Ried um den 1928 von Dr. Durst erwähnten Menhir handelt. Dabei konnte auch die Vermutung widerlegt werden, dass es sich um Abraum handelt. Einer der Teilnehmer der Begehung berichtete, dass er zwar Abraum in der Nähe des Steins abgeladen habe, aber nicht diesen Stein selbst.
Der Menhir befand sich abseits der von Spaziergängern benutzten Wege im Laubenheimer Ried, lag auf der Seite und war von Moos und Gräsern überwuchert. Das konnte man am 12. April 2008 in der „Mainzer Rhein-Zeitung“ lesen. Deswegen wusste fast niemand von der Existenz des "Hinkelsteins".
Menhire kennt man von verschiedenen Lokalitäten in Rheinhessen (z. B. Alzey, Dexheim, Flonheim, Nackenheim, Nierstein). Der Archäologe Dr. Zylmann beschrieb „Hinkelsteine“ in seinem 2003 erschienenen und inzwischen vergriffenen Buch „Das Rätsel der Menhire“ mit folgenden Worten:
„Der Ausdruck „Menhir“ ist eine bretonische Bezeichnung keltischen Ursprungs für ein hochkantig aufgerichtetes Steinmal. Er bedeutet „Langer Stein“ (men = Stein, hir = lang) und fand bereits Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts als wissenschaftlicher Begriff Eingang in die archäologische Fachliteratur Frankreichs. Schon sehr bald wurde diese Bezeichnung auch für ganz Europa übernommen. Der volkstümliche Name, der insbesondere im westdeutschen Raum gebräuchlich ist, lautet „Hinkelstein“. Bereits im Mittelalter findet sich der Name „Hinkelstein“, eine missverstandene Ableitung des Wortes „Hünenstein“ (= Riesenstein) über „Hühnerstein“ zum mundartlichen „Hinkelstein“. Daneben kennen wir Bezeichnungen wie „Langer“, „Breiter“, „Hoher“, „Spitzer“ oder „Dicker Stein“, um nur die häufigsten zu nennen.
Menhire sind meist freistehend, einzeln, in Kreisen oder in Reihen angeordnet. Sie können künstlich in Form gebracht oder unbearbeitet sein. Einige sind verziert mit Mustern und Spiralen, menschlichen Darstellungen und Gerätschaften, die eine zeitliche Einordnung erleichtern. Von den Findlingen - während der Eiszeit verschleppte Felsbrocken - unterscheiden sich die Menhire dadurch, dass sie bewusst vertikal in der Erde verankert wurden. Sie sind in der Regel höher als breit. Auch ihre Lage im Gelände weicht von der der Findlinge ab. Menhire sind bevorzugt an Orte wie Berghänge, natürliche Anhöhen, Wegesränder oder an Wasserstellen und Bachläufen verbracht worden, immer in freier Flur und von weither sichtbar.“
Zeichnung aus "Deutschland in der Steinzeit" von Ernst Probst, angefertigt von Fritz Wendler
Wiesbaden (archaeologie-news) - In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind viele bedeutende Funde von frühen Kunstwerken aus der jüngeren Altsteinzeit entdeckt worden. Nachzulesen ist dies im Weblog "Rekorde der Urzeit", das unter der Adresse http://rekorde-der-urzeit.blogspot.com im Internet zu finden ist:
Als die ältesten Darstellungen menschlicher Gedanken werden von manchen Prähistorikem die etwa 300000 Jahre alten rätselhaften Ritzmuster auf polierten Tierknochen von Bilzingsleben in Thüringen gedeutet. Sie sind von Frühmenschen so regelmäßig angebracht worden, daß sie nach Ansicht einiger Experten nicht bei alltäglichen Arbeiten entstanden sein können. Beispielsweise ist auf einem 40 Zentimeter langen Schienbeinrest eines Elefanten ein Bündel von sieben genau zusammenlaufenden Linien sichtbar. Auf einem anderen Knochen sind 14 solcher Linien in gleichmäßigem Abstand erkennbar und bei einem weiteren Knochenfragment sieben Linien. Der Fußwurzelknochen eines Elefanten wurde mit Ritzlinien in Gestalt eines doppelten Rechtecks mit feiner Schraffierung versehen. Diese rhythmische Folge von Strichen und geometrischen Mustern ist vielleicht ein erster Schritt auf dem Weg zu früher bildlicher Darstellung abstrakter Figuren. Auf einem Tierknochen wollen ostdeutsche Prähistoriker sogar eine Gravierung erkannt haben, die einen Löwen zeigen soll. Die Ritzzeichnungen von Bilzingsleben werden jedoch in der Fachwelt nicht als Kunstwerk anerkannt.
Die ältesten Kunstwerke sind in der Zeit zwischen etwa 35000 und 29000 Jahren vor heute entstanden. Sie stammen von Jägern und Sammlern aus der Kulturstufe des Aurignacien. Die damaligen Künstler schufen realistische Felsritzungen und -zeichnungen an Höhlenwänden oder auf Felsblöcken und schnitzten mit Hilfe von scharfkantigen Feuersteinwerkzeugen formvollendete Tier- und Menschenfiguren. Kunstwerke aus dem Aurignacien kennt man aus Frankreich, Deutschland, Österreich und Rußland.
Die ältesten figürlichen Kunstwerke Deutschlands wurden in drei baden-württembergischen Höhlen entdeckt: in der Geißenklösterlehöhle bei Blaubeuren-Weiler im Achtal, in der Vogelherdhöhle bei Heidenheim und in der Höhle Hohlenstein-Stadel bei Asselfingen. beide im Lonetal gelegen. Diese Funde sind mindestens 30000 Jahre alt und das Werk von Aurignacien-Leuten. Bei den Kunstwerken aus den süddeutschen Höhlen handelt es sich ausnahmslos um aus Mammutelfenbein geschnitzte Tier- und Menschenfiguren. Die Funde aus der Geißenklösterlehöhle stellen das Mammut (zwei Funde), den Wisent, den Höhlenbär in Angriffshaltung und einen Menschen mit hoch erhobenen Armen und gespreizten Beinen dar. Die Menschendarstellung wird als Betender gedeutet. Die meisten Kunstwerke aus dem Aurignacien in Deutschland kamen in der Vogelherdhöhle zum Vorschein. Dort barg man die Plastik von drei Mammuten, einem Fellnashorn, einem Wisent, einem Wildpferd und fünf Raubkatzen sowie eine plumpe Menschenfigur mit knopfartigem Kopf. Das rätselhafteste Kunstwerk wurde in der Höhle Hohlenstein-Stadel entdeckt: ein fast 30 Zentimeter hohes Wesen mit dem Kopf einer Höhlenlöwin, dem Körper eines Menschen und tierischen Füßen.Vielleicht verkörperte die Figur eine Gottheit.
Als das früheste Kunstwerk Österreichs gilt eine 7,2 Zentimeter hohe Frauenfigur aus Stein, die am Galgenberg von Stratzing bei Krems in Niederösterreich entdeckt wurde. Sie ist mehr als 31000 Jahre alt. Das ergab eine Altersdatierung von Holzkohlenresten aus der Fundschicht. Die Kremser Frauenfigur wirkt mit ihrem erhobenen linken Arm, dem seitlich abgestemmten rechten Arm, dem gedrehten Körper und den getrennten Beinen grazil und tänzerisch. Deshalb wurde sie von der Ausgräberin als "Fanny - die tanzende Venus vom Galgenberg" bezeichnet. Der Name Fanny erinnert an die berühmteste Tänzerin Österreichs, Fanny Elßler. Nach einer anderen Deutung handelt es sich um einen Jäger mit geschulterter Keule.
Zu den berühmtesten Frauenfiguren Österreichs aus dem Gravettien vor etwa 25000 Jahren zählt die "Venus von Willendorf". Die schon 1908 bei Ausgrabungen entdeckte "Venus" ist 10,3 Zentimeter hoch und besteht aus Kalkstein. Es ist eine nackte Frau ohne Füße. Farbreste deuteten darauf hin, daß die Figur einst rot bemalt war. Die "Venus von Willendorf" wird im Naturhistorischen Museum Wien aufbewahrt. Eine plumpere "Venus" wurde 1926 am selben Fundort geborgen. Man hat sie aus Mammutelfenbein geschnitzt. Ursprünglich war sie wohl 30 Zentimeter lang.
Die ältesten Kunstwerke der Schweiz stammen aus dem Magdalénien vor mehr als 11500 Jahren. Die schönsten und meisten Kunstwerke aus dieser Zelt wurden in der Höhle Kesslerloch bei Thayngen (Kanton Schaffhausen) gefunden. Bekannt ist vor allem die Gravierung des sogenannten "Suchenden Rentiers" (früher "Weidendes Rentier" genannt) auf einem Lochstab aus Rentiergeweih. Mit Hilfe solcher Lochstäbe hat man damals krumme Holz- oder Elfenbeinstäbe über Wasserdampf gerade gebogen. Weitere Kunstwerke aus dem Magdalénien in der Schweiz wurden in der Höhle Schweizersbild, in der Rislisberghöhle, am Hollenberg bei Arlesheim und bei Baar geborgen.
Burgos (archaeologie-news) - Ein sensationeller Fund ist in der Atapuerca-Grotte nahe der spanischen Stadt Burgos geglückt: Dort haben Forscher - nach eigenen Angaben - die bisher ältesten Fossilien der ersten Westeuropäer entdeckt. Das Team um den spanischen Paläontologen Eudald Carbonell hat in der Atapuerca-Grotte den Unterkiefer und Zähne eines frühen Menschen geborgen, der vor rund 1,2 Millionen Jahren in dieser Region lebte und starb. Zum Fundgut gehören auch Steinwerkzeuge zur Herstellung von Feuersteinen und Tierknochen.
Der aufsehenerregende Fund aus Nordostspanien unterstütze die These, dass die aus Afrika zugewanderten Menschen früher als bislang angenommen nach Westeuropa kamen, heisst es. Spanische Wissenschaftler rechnen den Unterkiefer und die Zähne der Art "Homo antecessor" zu, die als gemeinsamer Vorfahr des modernen Menschen und der Neandertaler gilt. Sie vertreten die These, dass "Homo antecessor" aus Afrika stammt und von dort nach Europa eingewandert ist. Ein rund 800.000 Jahre altes Fossil dieser Art war 1994 in einer benachbarten Grotte entdeckt worden.
Ackerbauern der Linienbandkeramischen Kultur (etwa 5500-4900 v. Chr.) - Ausschnitt aus einem Ölgemälde, das der Künstler Fritz Wendler eigens für Buch "Deutschland in der Steinzeit" (1991) von Ernst Probst geschaffen hat.
Talheim / Mettmann (archäologie-news) - "Steinzeit-Massaker. Tatort Talheim" heißt eine ungewöhnliche Ausstellung, die 2008 von Februar bis Juni im Neanderthal-Museum in Mettmann zu sehen ist. Thema der Schau ist ein brutaler Massenmord, bei dem im der Jungsteinzeit vor etwa 7000 Jahren insgesamt 34 Menschen (darunter 16 Kinder und Jugendliche) ihr Leben verloren.
Im Frühjahr 1983 entdeckte der Landwirt Erhard Schoch auf dem Areal seines Aussiedlerhofes in Talheim bei Heilbronn (Baden-Württemberg) beim Ausheben eines Frühbeetes zahlreiche menschliche Knochen. In der Folgezeit bargen Archäologen des Landesdenkmalamtes Stuttgart insgesamt 34 Skelette. Die Tatzeit konnte auf 5.000 v. Chr. datiert werden.
Nach den Funden zu schließen wurde vor rund 7000 Jahren ein ganzes Dorf massakriert: aus dem Hinterhalt überfallen, mit Pfeilen erschossen oder mit Steinbeilen erschlagen. Bei den Opfern handelte es sich um Angehörige der Linienbandkeramischen Kultur (etwa 5500 bis 4900 v. Chr.), die nach den bänderartigen Verzierungen ihrer Tongefäße benannt ist.
Jeder der 34 Ermordeten aus Talheim hat in der Ausstellung einen persönlichen Steckbrief. Eine außergewöhnliche Momentaufnahme lässt teilhaben am Schicksal von Kindern, Frauen und Männern aus der jüngeren Steinzeit vor mehr 7000 Jahren, die bereits Ackerbau, Viehzucht und Töpferei betrieben.
"Steinzeit-Massaker. Tatort Talheim" ist eine Ausstellung des "Archäologie-Museums Heilbronn". Zur Schau im "Neanderthal Museum" erschien ein Begleitbuch für 8 Euro.
Das umfangreiche Rahmenprogramm der Ausstellung bietet Führungen, kriminalhistorische und technische Vorträgen, ein gruseliges Live-Hörspiel sowie für Kinder und Jugendliche eine Kriminacht mit detektivischem Programm. Für Schulklassen sind Forensik-Workshops, in denen es ein fiktiver Mordfall aufgeklärt werden soll, im Angebot.
Regensburg (archaeologie-news) - "LINEA ANTIQUA" aus Regensburg erweckte ein bemerkenswertes Möbelstück zum Leben. Die Geschäftsführer Gudrun J. Malcher MA (51) und Armin Liebhardt (40) rekonstruierten zu Beginn des Jahres 2008 für das Museum Schloss Steinheim in Hanau eine römische Kline (Speise- und Ruhecouch) des späten 2. Jahrhunderts nach Chr.
Als Archäologen und Modellbauer beschäftigen sie sich schon lange mit der Fertigkeit der Tischlermeister vergangener Kulturen. Sie suchten aussagekräftige Vorbilder und fanden eines in dem Sarkophag von Simpelveld/ Niederlande. Der Steinsarg trägt detaillierte Abbildungen u.a. von römischen Möbeln.
Aber auch Funde aus archäologischen Ausgrabungen (z.B. Pompeji), erhalten gebliebene Möbelreste und Gegenstände aus Bronze, Gold, Marmor oder Holz sowie Idole, Handschriften und Abbildungen auf Wänden, Fußböden, Grabmälern und Vasen dienen als Vorlagen für Mobiliar von der Steinzeit bis ins Mittelalter. Das Spektrum umfasst Sitzmöbel und Throne, Liegemöbel, Tische, Aufbewahrungsmöbel, Haushaltsgegenstände, Geschirr, Maschinen und Handwerkzeug. Die Drechselei nimmt dabei einen wichtigen Teil der Arbeit ein.
Als einzige Firma diese Art in Mitteleuropa stellt "LINEA ANTIQUA" wissenschaftliche Replikate von archäologischem Mobiliar im Maßstab 1:1 und kleiner für Museen her. Gudrun J. Malcher MA und Armin Liebhardt: "Mit viel Enthusiasmus und detektivischer Ausdauer betreiben wir wissenschaftliche Studien zu alten Holzhandwerkstechniken. Darüber hinaus fertigt LINEA ANTIQUA moderne bequeme Möbelunikate nach klassischen Formen für Privatkunden."´
LINEA ANTIQUA Malcher/Liebhardt GbR
Schwandorfer Straße 6
D-93059 Regensburg www.linea-antiqua.com
Tel.: 0170-89 78 111
Fax: 0941- 888 68
Video: "Survival of the Fittest - Sabertooth" bei Youtube
Wiesbaden (archaeologie-news) - Die Neandertaler sollen erfroren sein, weil sie noch nicht über Werkzeuge verfügten, mit denen sie sich warme Kleidung nähen hätten können. Diese gewagte Theorie vertritt Ian Gilligan von der Australian National University in Canberra im Fachblatt "World Archaeology".
Gilligan argumentiert so: Mehr als 100000 Jahre lang lebten Neandertaler in Europa, teilweise parallel mit dem modernen Menschen (Homo sapiens sapiens). Die Neandertaler seien sogar besser an Kälte angepasst gewesen als die modernen Menschen, aber genau dies sei ihnen zum Verhängnis geworden.
Die Neandertaler seien lange Zeit mit wenig Kleidung ausgekommen. Dagegen erfanden die modernen Menschen schon früh Steinklingen, Stichel aus Knochen und Nadeln. Das alles sind Werkzeuge, mit denen sich Felle zuschneiden und zu Kleidungsstücken zusammennähen ließen.
Neandertaler hatten das ursprünglich kaum nötig. Als aber vor rund 30000 Jahren die letzte Eiszeit auf ihren Höhepunkt zusteuerte, wurde es sogar für die Neandertaler zu kalt. Damals sei es wiederholt zu Temperaturschwankungen mit plötzlichen Kälteeinbrüchen gekommen, in denen die Temperaturen bis um zehn Grad gefallen seien. Darauf konnten sich angeblich die Neandertaler nicht schnell genug anpassen und erfroren deshalb. Im Gegensatz dazu hätten die modernen Menschen rechtzeitig die Möglichkeit geschaffen, sich wärmer anzuziehen.
Leseprobe aus dem inzwischen vergriffenen Buch "Rekorde der Urzeit" (1992) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung:
Der am besten erhaltene Fund eines Menschen aus der Steinzeit wurde am 19. September 1991 in Tirol entdeckt. Dabei handelt es sich um die mumifizierte, vom Gletschereis eingeschlossene Leiche eines mindestens 20 Jahre alten Mannes aus der Zeit vor mehr als 3000 v. Chr.
Auf den Sensationsfund war das Ehepaar Erika und Helmut Simon aus Nürnberg in Nähe des Similaun-Gletschers in den Ötztaler Alpen gestoßen. Exakte Vermessungen ergaben, daß der Fundort in Südtirol, also auf italienischem Gebiet, liegt.
Der sogenannte "Similaun-Mann" ist fast 1,60 Meter groß. Seine Vorderzähne waren durch starke Beanspruchung beim Kauen von harter Nahrung sehr abgenutzt.
Es ist unklar, warum sich dieser Mensch bis in 3200 Meter Höhe in die Alpen vorgewagt hat. Diskutiert werden unter anderem die Zugehörigkeit zu Alphirten, die Jagd auf im Gebirge lebende Tiere (Gemsen, Steinböcke), die Suche nach begehrten Erzen (Kupfer) oder die Erkundung unbekannten Terrains.
Der Mann trug wetterfeste Kleidungsstücke, die innen mit Heu gefüttert waren, Schnürschuhe (Größe 38) aus Wildleder, "Socken" aus Birkenrinde und mit Gamshaar gefütterte Handschuhe. Er hatte Werkzeuge und Waffen bei sich. Zu seiner Ausrüstung gehörten auch ein hölzernes Tragegerüst, Feuersteine und Zunder in einem Lederbeutel zum Feuermachen, eine Pfeilspitze mit Holzgriff, die als Messer diente, ein Bogen aus Kirschholz und 14 etwa 75 Zentimeter lange Pfeile in einem Köcher sowie ein Beil mit Holzschaft und Metallklinge.
Wegen der Form des Beiles, das auf den ersten Blick einem sogenannten Knieholzbeil aus der frühen Bronzezeit ähnelt, hielt man den "Similaun-Mann" zunächst für einen Menschen, der vor etwa 2000 v. Chr. in der Bronzezeit gelebt hat. Doch Untersuchungen von Gräsern aus einem Geflecht, das zusammen mit dem "Similaun-Mann" geborgen wurde, ergaben an den Universitätsinstituten in Uppsala (Schweden) und Paris über einstimmend ein Alter zwischen 2616 und 2866 v. Chr.
Dies entspricht noch der jüngeren Steinzeit. Nach Altersdatierungen von winzigen Gewebe- und Knochenteilen in Oxford und Zürich könnte der "Similaun-Mann" sogar irgendwann zwischen 3100 und 3350 v. Chr. gelebt haben. Bisher lässt sich nicht genau sagen, um welche Kultur es sich handelt.
Zum Proviant des Gletschermannes zählten Dörrfleisch, Fladenbrot aus Gerste oder Hafer und getrocknete Beeren. Als Schmuck hatte der Mann eine durchlochte Steinperle, durch die sechs fingerlange Stricke gezogen waren. Rätsel geben die zehn in drei Reihen übereinander angeordneten Striche auf dem Rücken auf. Sie werden als Tätowierung gedeutet, die vielleicht als Stammes- oder Standeszeichen diente. Das Knie wurde von einem Farbkreuz verziert.
Der "Similaun-Mann" ist vermutlich zu Beginn der kalten Jahreszeit im Herbst von einem Schlechtwettereinbruch überrascht worden und hat daraufhin in einer windgeschützten Felsvertiefung Schutz gesucht. Dort könnte er vielleicht an Unterkühlung gestorben sein.
Die ungewöhnlich gute Erhaltung des Körpers ist nach Ansicht von Gerichtsmedizinern darauf zurückzuführen, daß der Leichnam durch Lagerung im lockeren Schnee bei windbedingter Trockenhaltung rasch mumifizierte. Bei der erst viele späteren Gletscherüberlagerung blieben Leiche und Ausrüstung völlig unverändert.
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Bild des "Ötzi" der Münchner Künstlerin Bettina Buresch für das Buch "Rekorde der Urzeit" von Ernst Probst
Nach Ansicht des Mainzer Archäologen Dr. Markus Egg war der "Ötzi" vermutlich ein Hirte, der zusammen mit anderen in der baumfreien Zone im hintersten Ötztal Schafe oder Ziegen hütete. Als ihm im Herbst durch ein Mißgeschick sein Bogen brach, stieg er ins Tal hinab, um dort einen Eibenholzstamm zu suchen, aus dem er einen neuen Bogen schnitzen konnte. Auf dem Rückweg zu seinen Kameraden mit dem noch unfertigen und nicht gespannten Bogen wurde der erschöpfte "Ötzi" am Hauslabjoch in etwa 3200 Meter Höhe von einem Schlechtwettereinbruch überrascht. Er suchte in einer windgeschützten Felsvertiefung Zuflucht und starb dort vielleicht an Unterkühlung.
Der "Similaun-Mann" kam bei dem ältesten bekannten Bergunfall ums Leben. Seine Hirtenkollegen haben nie erfahren, weshalb ihr Gefährte nicht zu ihnen zurückgekehrt ist.´
Aktuelle Vorträge von Dipl.Geol.Univ. Alexander Binsteiner:
1. Der Fall Ötzi - Mord am Similaun
2. Die EU der Steinzeit
3. Die Prospektion donau- und alpenländischer Silexlagerstätten in der Steinzeit
Anfragen bei: binsteiner@quick.cz oder binsteiner@geophysik.de
Aktuelle Publikationen von Dipl.Geol.Univ. Alexander Binsteiner:
Der Fall Ötzi - Raubmord am Similaun. Dokumentation.
Linzer Archäologische Forschungen. Sonderheft 38 (Linz 2007) 1-72.
10 Euro plus Versandkosten
Die Lagerstätten und der Abbau bayerischer Jurahornsteine sowie deren Distribution im Neolithikum Mittel- und Osteuropas. Sonderdruck aus Jahrbuch Röm. Germ. Zentralmuseum Mainz 2005, (Mainz 2006) 43-155.
15 Euro plus Versandkosten
Drehscheibe Linz - Steinzeithandel an der Donau. Linzer Arch. Forsch. Bd. 37 (Linz 2006) 1-116.
8 Euro plus Versandkosten
Die älteste Darstellung einer Hasenjagd ist auf der Außenseite eines Bronzegefäßes (Situla) von Welzelach aus Tirol (Österreich) angebracht. Sie wurde gegen Ende der Hallstatt-Zeit um 500 v. Chr. geschaffen. Die Szene zeigt einen Jäger mit einer Keule in der linken Hand hinter einem Hasen.
This is the first part of a two part video (see my channel for part two) that I made as an introduction to Prehistoric Art in an online art history class. I used MemoriesOnTV4 and Crazytalk software to make this video, and the narrator's voice is a Cepstral text-to-speech voice (I can't afford to hire talent to narrate my videos!). My website is www.victoriataylorgore.com.
Die größten Darstellungen von germanischen Göttern wurden 1946 im Aukamper Moor bei Braak (Kreis Eutin) in Schleswig-Holstein gefunden. Dabei handelt es sich um ein Götterpaar, von dem der Mann eine Höhe von 2,80 Meter und die Frau von 2,30 Meter aufweist. Beide Figuren wurden zwischen 500 v. Chr. und Christi Geburt in der Vorrömischen Eisenzeit aus Eichenästen angefertigt. Sie bilden heute eine der Attraktionen des Archäologischen Landesmuseums im Schloss Gottorf von Schleswig.
Eltville (archaeologie-news) - Das "Rheingauer Auktionshaus" in Eltville-Erbach feiert im März 2008 sein 25-jähriges Bestehen. Innerhalb eines Vierteljahrhunderts hat es sich zu einem international beachteteten Auktionshaus entwickelt. Die Schätze dieses Auktionshauses können bei Auktionen und im Nachverkauf vor Ort oder unter der Internetadresse www.rheinantik.de erworben werben.
Und das sagt das "Rheingauer Auktionshaus" über sich selbst:
"Mit festem Kundenstamm in aller Welt, eigener und weltweiter Internetpräsenz auf allen wichtigen Plattformen, weltweiter Werbung, hoch qualifizierten Mitarbeitern, modernster Technik und Logistik und nicht zuletzt mit den vielfach hoch gelobten zweisprachigen Katalogen bieten wir ein Maximum an Präsenz auf dem weltweiten Kunst- und Antiquitätenmarkt. Ergebnis sind immer wieder die für unsere Einlieferer erzielten hohen Zuschläge".
Einlieferungen für die Jubiläumsauktion im Frühjahr sind willkommen!